buble arrow21

Erfolgreich auf dem iPad bloggen

Für mich ist das iPad das beste Publishing Tool. Geht das überhaupt? Das haben mich in letzter Zeit viele gefragt, als sie bemerkt haben, dass ich in der Bahn mit dem iPad arbeite. Bei der Einführung des iPads 2010 hieß es immer, damit können wir allenfalls Content konsumieren.

Mit einem Desktop-Rechner oder einem Notebook ist ein iPad in der Tat nicht vergleichbar. Falls Sie dafür einige Kaufargumente benötigen, liefere ich Ihnen diese vielleicht mit meinem Blogtext.

Ich blogge sehr gern und mittlerweile auch schon sehr lange. Den PR-Blogger gibt es inzwischen fast acht Jahre. Anfangs habe ich jeden Wochentag neue Inhalte geliefert, doch bin ich in den vergangenen Monaten nur noch wenig dazu gekommen. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Vorträge und Workshops bei unseren Kunden durchgeführt. Dennoch möchte ich das Bloggen auf keinen Fall missen. Was also tun?

Wenn ich schreibe, will ich am liebsten dabei online sein, um meine Gedanken und Thesen mit Links und Quellenhinweisen zu unterfüttern. Das funktioniert leider während einer Bahnfahrt nur unzureichend, da ich trotz UMTS oftmals offline bleibe.

Ich weiß, dass nur noch wenige Blogger auf ihre Quellen verweisen, weil dieses nur ablenken und die Aufmerksamkeit in Richtung ihrer Wettbewerber lenken könnte. Ehrlich gesagt ist das jedoch eine billige Ausrede dafür, nicht Argumente und Gegenargumente miteinander abzuwägen. Zudem ist eine Online-Recherche zwar nützlich und ein toller Leserservice, doch gleichsam sehr aufwändig. Kein Wunder, dass viele deshalb darauf lieber verzichten und dennoch (vergeblich) auf Backlinks hoffen.

Eine Zeit lang hatte ich vor mir selbst eine gute Ausrede dafür, weniger zu bloggen, zumal keine aktuellen Buchprojekte geplant waren. Doch das soll und wird sich ändern. Künftig werde ich wieder mehr und regelmäßig mit eigenen Blogbeiträgen auf dem PR-Blogger vertreten sein. Auf Ihr Feedback bin ich gespannt.

Auf das Reisen, Reden, Kundengespräche und Workshops werde ich trotzdem nicht verzichten. Denn ich habe eine wunderbare Möglichkeit, einen leichteren Zugang zu einem modernen Schreibwerkzeug gefunden. Meine Schreibmaschine 2.0 ist das iPad. Es bietet alle Features, die ich für das Bloggen benötige.

Schreibwerkzeug iPad

In gewisser Weise soll dieses auch der lebende Beweis dafür sein, dass wir alle mit dem iPad tatsächlich arbeiten können. Ich schreibe direkt in den iA Writer, eine App, hinein und kann den Text später entweder direkt auf WordPress schieben (WordPress App) oder den Umweg über die iCloud nehmen. Selbst ein E-Mail-Publishing wäre ein leichtes. Ein paar Schönheitsfehler mag es dabei noch geben, aber grundsätzlich funktioniert es sehr gut. Das Einfügen von Bildern gestaltet sich noch etwas schwierig. Hierbei freue ich mich über jedwede Anregungen.

Offline kann ich mich auf den zu verfassenden Text konzentrieren, mich darauf allein fokussieren und Wort und für Wort eine Struktur aufbauen. Notizen sind auf dem iPad schnell verfasst, Bluetooth-Tastaturen erleichtern hierbei das Tippen. Selbst eine Recherche ist mir dank zahlreicher Zeitschriften-Apps (Wired, Fast Company etc.) und Instapaper möglich. Später kopiere ich den Text direkt in mein WordPress-Blog, ergänze einzelne Bloglinks und formatiere den Text, bevor ich ihn publiziere.

Im Cult of Mac erläutert Mike Elgans wunderbar, warum Ernest Hemingway das iPad als Schreibwerkzeug nutzen und lieben würde. Einerseits gibt es viele Apps zur Content- Erstellung. Zudem vergessen viele Autoren, dass zum Schreibprozess nicht nur das Schreiben selbst zählt,sondern auch die Recherche davor und das Strukturieren der eigenen Gedanken. Wer auf dem iPad schreibt, profitiert davon, dass keiner uns via Facebook Chat, Twitter, Skype und Google Talk ablenken kann, weil wir nur ein Fenster sehen, während wir schreiben. Das Schreiben/ Bloggen beginnt im Kopf.

»He writes less about style and grammar and structure, and more about which cafes to write at (the Closerie de Lilas was such a good place to write that it was worth the risk of interruption by acquaintances), what to drink while writing (café crème) and when to write about a place (after you’ve left).«

Hemingway hat viel darüber nachgedacht und auch geschrieben, wie ein optimaler Schreibprozess aussehen sollt, wann er am festen seine Gedanken sammeln, notieren und wieder redigieren konnte. Wann bin ich am kreativsten? Blogger im Vergleich mit Literaten? Warum denn nicht?… Im Schreiben sind wir alle gleich, einerseits nutze ich es zum aktiven Nachdenken, andererseits zum Überprüfen neuer Ideen. Ich bin froh darüber, dass es auf dem iPad weniger Ablenkungen gibt, das macht es für mich effizienter. Aus diesem  Grunde werden auf meinen Bahnfahrten künftig häufiger Blogartikel für den PR-Blogger entstehen.

Das Schreiben auf dem iPad macht Spass, geht sehr schnell, deshalb kann ich es Ihnen empfehlen. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem iPad-Schreiben gemacht?

>> Readwriteweb: Why the iPad Works for Writing
>> Cult of Mac: Why Ernest Hemingway Would Have Loved the iPad
>> iPad Total: Die fünf besten Apps zum Schreiben auf dem iPad

Bildquelle: Vince42 auf Flickr (erstes Bild)