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Morgenwelt 36: Twitter-Kommunikation wirkt

Falls Sie wissen wollen, wer über was in letzter Zeit getwittert hat, sollten Sie sich nicht allein auf die Twitter-Suche verlassen. Sie ist ziemlich buggy, doch es gibt durchaus Alternativen, auf die Louis Gray verweist und die ich selbst gerne nutze. Twitter ist ein beherrschendes Thema dieser Morgenwelt und des Online-Diskurses insgesamt. Kein Wunder, immer mehr Branchen entdecken das Microblogging für sich, sogar Juristen und Buchhändler twittern. Das dürfte in naher Zukunft sich auf die Arbeit der Kommunikationsbranche auswirken und zu einigen wichtigen Änderungen führen. Ergänzungen zu den einzelnen kurzen Morgenwelt-Beiträgen sind natürlich in den Kommentaren mehr als willkommen.

Die Twitter-Suche ist zurzeit unvollständig, vielleicht sogar kaputt. Louis Gray hat auf seinem Blog auf ein interessantes Phänomen hingewiesen: Anscheinend hat Twitter einige Probleme mit seiner Datenbank. Tweets, die länger in der Vergangenheit liegen, werden per Twittersuche nicht oder nur noch sehr sporadisch angezeigt. Deshalb findet man beispielsweise Oprah's ersten Tweet nicht mehr. Doch es gibt Alternativen: Friendfeed hingegen kann die importierten Status-Nachrichten (einzelner Twitterer) anzeigen, auch wenn sie schon Jahre zurückliegen.

Oprah twitter search fail 

Krisen-PR 2.04 Gründe, warum Twitter PR das Fürchten lernt: Twitter wächst, ist multimedial und fordert Engagement – das haben zum Beispiel Motrin, Ford, Twitter selber, Starbucks und Dominos auf die schmerzhafte Art und Weise erfahren müssen. Die Krisen-PR steht durch das Microblogging vor neuen Herausforderungen. 

Umfrage: Wie oft twittern Sie auf einer Fachveranstaltung? Im dmexco-Blog "Create Effects", in dem ich als Blogmanager und Blogger mitwirke, fragen wir per Twitter-Umfrage, wie oft im Durchschnitt von einer Veranstaltung getwittert wird. Mehr über den Einsatz von Twitterumfragen gibt es bei "Create Effects" , die Umfrage selber gibt es bei Twtpoll.

DocMorris gerät auch online unter Beschuss: Was passiert wenn man seinen eigenen Corporate Blog nicht mehr nutzt und anscheinend auch nicht mehr beachtet, kann man im Blog von DocMorris sehen: Dort haben Kritiker unter einem alten Blogeintrag eine Diskussion angezettelt, die sich über 1200 Kommentare hinzieht. Das große Thema sind Kartellbeschuldigungen zwischen einzelnen Apotheken und die sogenannten "Kettenapotheken" – den Kommentatoren scheint niemand mehr auf die Finger zu schauen, eine unbändige Diskussion ist ausgebrochen. Ob DocMorris dabei gut wegkommt? Früher wirkte es souverän, nicht auf jeden Kommentare und jede Kritik einzugehen, doch inzwischen wirkt es eher wie eine digitale Verwahrlosung. Seit dem 28. September 2008 gab es keine Blogaktualisierung mehr, nicht einmal einen Abschiedsbeitrag. 

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Rechtsanwälte twittern: Im Jura-Blog Kriegs-Recht ist ein Artikel über das Thema twitternde deutsche Anwälte veröffentlicht worden: Selbst Juristen nehmen die Twittersphäre mittlerweile ernst. Henning Krieg, Autor des Kriegs-Recht-Blogs, hat eine kleine Liste erstellt, bei der ich mir einige Vertreter angesehen habe:

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Twitter-Praxis: Im talkabout-Blog hat Mirko Lange einen lesenswerten Artikel für Neu-Twitterer über den Aufbau einer Twitter-Interessen-Community geschrieben. Er gibt Hinweise, wie sich besonders nicht-kommerzielle Accounts schnell und mit Mehrwert aufbauen lassen, ohne dabei Spamming zu betreiben oder die Twitter-Netiquette zu verletzen. Ein kleiner Satz hat mir besonders gefallen: "Mache mit jedem Tweet deinen aktuellen und potenziellen Followern ein Geschenk." 

Social Networking: Das Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research hat im März die Studie "Global Faces and Networked Places" (PDF) herausgebracht, in der einige interessante Trends und Zahlen zu Social Networks und dem Social Web im Allgemeinen zu lesen sind. Wussten Sie zum Beispiel, dass in Deutschland die Reichweite von Social Networks weltweit am meisten wächst? 

Nielsen_networked places

Reputation als Managementaufgabe: Wie das PR-Journal zusammenfassend berichtet, gab es vor einigen Tagen anlässlich der Verleihung des „Deutschen Preises für Wirtschaftskommunikation“ im Berliner Friedrichstadtpalast eine Fachtagung zum Thema "Reputation Management".

Statistik: Twitter zieht an Digg, LinkedIn und den New York Times vorbei: Techcrunch berichtet, dass Twitter im April 2009 mehr als 32 Millionen Unique Visitors hatte. Die Zahlen von comScore belegen, dass Twitters Unique Visitors seit März um 13 Millionen angestiegen sind – damit werden etablierte Websites wie die Social Bookmarking Community Digg, Business-Netzwerk LinkedIn und die Website der NY Times von dem Microblogging-Service überholt. Diese Zahlen geben nur Aufschluss darüber wie viele Menschen die Website von Twitter besuchen – die Zahl derer, die per Handy und Desktop-Client Nachrichten aufgeben, wird noch sehr viel größer sein.  

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Medienwandel aus purer Not: Wie das Handelsblatt berichtet, ziehen die US-amerikanischen Printmedien die Notbremse und satteln um: Die Abopreise bei der Newsweek zum Beispiel werden radikal erhöht, um die fallenden Anzeigenpreise auszugleichen. Gleichzeitig reduziert man die Auflage der Zeitschrift auf die Hälfte.

Wikipedia: Die Lizensierung der Wikipedia-Inhalte werden ab Mitte Juni 2009 erleichtert, so Golem.Die neue Lizenz ermöglicht es beispielsweise, die Inhalte direkt in einem Blog einzubinden. Allerdings muss der Link und der Autor genannt werden.

Blogabmahnung: Die Macher der Kampagne "Du bist Deutschland" haben sich mit einer Ankündigung zur Abmahnung an den Studenten hinter einer Satire-Kampagne namens "Du bist Terrorist" gewandt. Die Webseite soll einen kritischen Blick auf die Überwachungsmechanismen in Deutschland aufzeigen, und bedient sich dafür einer Abwandlung des "Du bist Deutschland"-Slogans. Reaktionen gab es bei Benedikt Köhler und Netzpolitik. Nach einem verherrenden Echo in der Blogosphäre kam der taktische Rückzug der Abmahner.

Du bist Terrorist from alexanderlehmann on Vimeo.

Buchhandel: Immer mehr kleine mittelständische Unternehmen entdecken das Twittern für sich und experimentieren damit. So seit kurzem auch die Stuttgarter Schiller Buchhandlung, die zudem einen Newsletter und einen Podcast anbietet und damit zeigt, dass sie dem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist. Einer der Vorreiter der twitternden Buchhändler ist sicherlich Lehmanns Fachbuchandel.

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Corporate Twitter: "Gezwitscher hinterm Werkstor": Die VDI-Nachrichten haben einen Artikel über "Gezwitscher hinterm Werkstor" veröffentlicht, in dem auch ich zu Wort komme. Das Thema des Artikels sind die Auswirkungen twitternder Mitarbeiter auf ihre Unternehmen: "Klaus Eck … fordert deutsche Betriebe auf, nachzuziehen. "So kann man mit den Kunden ins Gespräch kommen." Darüber hinaus könnten Unternehmen über Twitter in Echtzeit erfahren, was Ihre Kunden über sie denken, lobt Eck." Mirko Lange hat eine umfangreiche Liste mit Corporate Twitterern, die gut gepflegt ist.

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Social Media Monitoring: Die Financial Times Deutschland hat unter anderem mich zum Thema Monitoring im Social Web interviewt, meine Aussagen dazu können in dem Artikel "Imagekampagne im Netz" nachgelesen werden.

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Klaus Eck