buble arrow10

Morgenwelt 34: Serverloft übernimmt Basic Thinking und das Ende der Bloggerwelt

Das mittlerweile sicherlich bekannteste Blog des deutschsprachigen Raums ist verkauft und wird ein Corporate Blog. Robert Basic kann sich ab Februar 2009 seinem neuen Projekt Buzzrider widmen. An diesem Thema konnte ich in dieser Morgenwelt, die alle möglichen Schnipsel aus der Blogosphäre und Twitterwelt aufsammelt, nicht vorbeikommen. Dazu ist das Thema einfach zu medienpräsent.

ScreenHunter_03 Jan. 15 22.10
Blogverkauf
: Erfolgreich verkauft hat Robert Basic gestern sein Blog "Basic Thinking" bei einer Ebay-Aktion: 46.902 Euro zahlt Serverloft, Anbieter von Root-Servern aus Hürth bei Köln, für das Blog, das schon länger die Deutschen Blogcharts auf Platz 1 anführt. Damit führt ein Corporate Blog die Liste an. Ob der neue Domain-Besitzer glücklich wird mit der Marke Basic Thinking, den Inhalten und SEO-Effekten der Website, das wird die Zukunft zeigen. Zumindest große (kurzfristige?) Aufmerksamkeit und ein Ausbau der eigenen Online-Reputation ist Serverloft sicher. Aufgrunddessen dürfte sich der Kauf durchaus gelohnt haben, vergleicht man die zu erwartende Medienreichweite mit den ansonstigen vielleicht fälligen Anzeigenkosten. So meint der Käufer Thomas Strohe im Meedia-Interview: "Das Blog ist eine Herzensangelegenheit und das Geld dafür kommt aus dem PR-Topf."
Zudem profitierte Robert Basic mehrfach von seiner Versteigerung. Als erster Deutscher konnte er zu einem nennenswerten Betrag sein – doch auch sehr persönliches – Technologie-Blog versteigern. Ganz so schmerzlich sollte der Content-Verkauf für ihn jedoch nicht sein, denn sein neues Blog Buzzrider, gefüllt mit Blindtext, wird bereits jetzt eifrig von Bloggern verlinkt. Außerdem wird Robert immerhin noch für eine Übergangszeit von einigen Monaten "eng mit serverloft zusammenarbeiten, um eine reibungslose Übertragung der Blog-Pflege an das neue Autorenteam zu ermöglichen", heißt es in der Serverloft-Pressemitteilung.

"Themen wie Trends im Netz, Blogging, Social Networks, Web-Startups usw. werden nun auch in Zukunft Schwerpunkte des Blogs bilden, das darüber hinaus ein breit gefächertes, allgemeines Themenspektrum abdeckt. Die Rolle des Blogs als eines der besten und bekanntesten im deutschsprachigen Raum soll weiter ausgebaut werden."

Die Übernahme scheint schon stattgefunden zu haben, immerhin äußert sich der neue Blogger Nr. 1 Thomas Strohe kurz nach der Versteigerung im Basicthinking-Blog. Wer mehr über den Intergenia-Vorstand erfahren will, sollte ein älteres Interview mit ihm auf Business-on lesen: "Vor den Großen habe ich nie Angst gehabt" lesen.

Das Ende der Bloggerwelt: Kaum trennt sich einmal ein Blogger von seiner Weblog oder haben einige weniger Lust daran, heißt es in der Wirtschaftswoche gleich: Twittern statt bloggen
Das Ende der Blog-Euphorie:
 "So macht sich auch eine Blogmüdigkeit breit. Von der großen Masse geben viele aus Mangel an Lesern und Resonanz bald wieder auf. Doch auch erfolgreiche Blogger hören auf, da ihnen der Stress zuviel wird oder schlicht Routine und Langeweile einsetzen."

Mich wundert diese Entwicklung überhaupt nicht, sollte sie wirklich eine sein. Schließlich unterschätzen viele Neu-Blogger den Aufwand, den es bedeutet, regelmäßig attraktive Inhalte ins Netz zu stellen. Zudem gibt es in der Tat viele Online-Publishing-Varianten, die mit deutlich weniger Aufwand als ein Blog zu betreiben sind. Ob es sich hierbei um Twitter, Facebook oder andere Web 2.0-Angebote handelt, ist eigentlich egal. Jedenfalls substituieren Lifestreaming-Tools und Social Networks in keiner Weise Blogs, sondern ergänzen diese eher.

Von Anfang an gehört es zur Entwicklung der Blogosphäre, dass Blogger aus privaten oder beruflichen Gründen vom Bloggen lassen und sich anderen Dingen zuwenden. Bloggen kostet viel Kraft und Zeit und ist deshalb nicht nach jedermanns Geschmack. Nicht jeder ist zum Online-Publisher geboren. Das ist nichts Schlechts, sondern der normale Lauf der Welt und erleichtert es durchaus dem einen oder anderen Corporate Blog oder Fachblog mit guten Inhalten zu glänzen und von den Bloglesern angenommen zu werden. Darin sehe ich persönlich eine große Chance.


Selbstreferentialität
: Wie verrückt sind eigentlich Social Media Experten? Was tun Twitterer, Blogger und Podcaster liebend gerne? Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte.

Twitter-Tools: Was wird in der Twitterwelt aktuell diskutiert? Wer wird am meisten retweetet? Welche Links sind spannend? Der Retweetradar liefert einige Antworten. Immerhin haben es gestern Nacht die zahlreichen US-Tweets über den Flugzeuabsturz in den Hudson River sehr früh in deutsche Nachrichtenseiten geschafft.

Verlage: Eine sehr gute Übersicht über das Social Media Marketing der Verlage gibt die Liste von Leander Wattig, in der auf zahlreiche Blogs, Communities und Twitteraccounts verwiesen wird.

Querdenken: 99 Zitate für Business-Querdenker liefert ein PDF von Förster & Kreuz.

Klaus Eck