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Morgenwelt 5: Verspielte Glaubwürdigkeit

Die Glaubwürdigkeit einer öffentlichen Person ist schnell verloren. Das ist nicht nur bei Politikern so, die offensichtlich oder nur vermeindlich ihr Wort brechen. Manchmal trifft es auch andere Prominente. Ein Blick in die Google News genügt in der Regel, um ein Issue näher zu betrachten. Grund genug, in dieser Morgenwelt darauf einzugehen:

Mediagate: Sabine Christiansen steht unter öffentlichen Druck, weil sie laut dem Evangelischen  Pressedienst (epd) am 11. Januar den Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG, Dieter Zetsche, in ihre ARD-Sendung "Mein 2008" eingeladen hat und seit Ende Januar als "Markenbotschafterin" in der Öffentlichkeit ihre "Identifikation mit der Marke Mercedes Benz" kundtut. Gegen den Schleichwerbungs-Vorwurf wehrt sich die Moderatorin. Der NDR gab an, von Christiansens Daimler-Engagement nichts gewusst zu haben (via FAZ.net). In ihrem Blog fragt Sabine Christiansen: "Wer sorgt 2008 für Schlagzeilen?" Dennoch gibt es bislang keinerlei Diskussionen zu ihrer Sendung, vielleicht weil niemand es bislang wahrnimmt?

Social Bookmarking: Die News-Community Yigg erreicht täglich 50.000 Leute, heißt es im Blog Medienlese. Auf der Social Bookmarking-Plattform werden Blog- und Medien-Inhaltevon rund 17.000 registrierten Nutzern gebookmarkt. Außerdem kann jeder Onliner dort die einzelnen yigg-Meldungen anonym bewerten und dadurch deren Wahrnehmung verbessern.

Amazon/ E-Commerce: Die Buchbesprechungen auf Amazon gibt es inzwischen im Blogformat. Dadurch kann jede Kundenrezension noch besser direkt verlinkt und sogar kommentiert werden. Durch die Aufbewertung der Rezensionen versucht Amazon das Glaubwürdigkeitsprobleme der Besprechungen in den Griff zu bekommen. Viele Amazon-Kunden nutzen diese neue Funktionalität allerdings noch nicht (via Exciting Commerce).

Urheberrecht: Die Bundeszentrale für politische Bildung gibt ein Dossier rund um das Urheberrecht heraus und erläutert darin, wie sich das neue Urheberrecht auf den eigenen Alltag auswirkt (via Netzpolitik.org). Der Rechtsanwalt Till Kreutzer bringt es in seinem Dossier-Text auf den Punkt:

"Bei urheberrechtlichen Fragen hilft es oft nicht, sich auf das eigene Bauchgefühl oder Gerechtigkeitsempfinden zu verlassen. Man wird doch häufig falsch liegen. Und das kann unangenehme Folgen haben."

Internetrecht: Prof. Dr. Thomas Hoeren stellt sein rechtliches Standardwerk "Internetrecht" (fast 600 Seiten als E-Book) erneut in einer aktuellen Fassung zum Download bereit (via Beck-Blog).

Transparenz: Arzt-Bewertungen im Internet liefern noch keinen umfassenden Überblick über Arztpraxen. Das wenig verwunderliche Ergebnis liefert eine Untersuchung von acht entsprechenden Bewertungsportalen durch die Stiftung Gesundheit. Es gibt bisher erst wenige Bewertungen bzw. Empfehlungen zu Arztpraxen. Darüber hinaus nehmen die meisten Anbieter keine redaktionelle Überprüfung der eingestellten Bewertungen vor.

Lesetipp: Ansgar Zerfaß, Martin Welker und Jan Schmidt haben zwei Bände zur Online-Forschung herausgegeben: Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web. Band 1: Grundlagen und Methoden: Von der Gesellschaft zum Individuum und 
Band 2: Strategien und Anwendungen: Perspektiven für Wirtschaft, Politik und Publizistik
. Dabei liefert das interdisziplinäre Werk Beiträge aus der Kommunikationswissenschaft, Soziologie, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Sozialpsychologie und Rechtswissenschaft sowie Fallstudien namhafter Unternehmen. Diese sollen den sozialen, wirtschaftlichen und technologischen Wandel der öffentlichen Kommunikation im und durch das Social Web reflektieren. Insgesamt umfasst die wissenschaftliche Aufbereitung des Web 2.0 rund 900 Seiten.

Online-Video: Update your Life: Warum und wie Menschen Twitter nutzen?  In Plain  English:

 

Klaus Eck