Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Aus für Corporate Blog nach Abmahnung

1 Minuten Lesedauer

Aufgrund einer Abmahnung hat der Corporate Blogger Franz Zotter – zumindest vorübergehend – alle Blog-Aktivitäten eingestellt und heute sein Weblog "möbel und wohnen" vom Netz genommen. Der Fotograf Paul Ott hatte vor kurzem den Möbelhändler abgemahnt und ihm eine Rechung von 750 € für vier Bilder zugestellt, die der Österreicher in einem Blogartikel verwendet hatte.

"Die entwicklung im internet mit den immer mehr zunehmenden abmahnungen und "abcashversuchen" finde ich grundsätzlich bedenklich, daher ist es nur ein logischer schritt das blog zu schliessen. ich sehe nicht ein – auch wenn es streng rechtlich gesehen vielleicht mein fehler war – dass ich für die jahrelange arbeit, die ich hier investiert habe und für alle vorgestellten firmen nur von vorteil gewesen ist nun zur kasse gebeten werde. dazu noch die zunehmende unsicherheit durch die beobachtung anderer fälle von abmahnungen, die sehr oft nicht ansatzweise nachzuvollziehen sind." (Franz Zotter in seinem letzten Blogbeitrag vom 12. Juni 2007)

Damit zieht der Möbelhändler seine persönlichen Konsequenzen aus zwei Jahren Blogerfahrung, die eigentlich sehr positiv war. Schließlich nahmen seine Leser sein Corporate Blog sehr gut an. Jeden Tag erhielt sein Online-Shop über das Blog 100 bis 200 Besucher. Das Blog stellte einen wichtigen Mehrwert für seine Online-Kunden dar. Zuvor hatte er jeden Monat 15 bis 20 Beiträge über Architektur, Wohnen und Design sowie Möbelpflege publiziert. In seinen Beiträgen hat Zotter sich häufig auf fremde Texte und Fotos bezogen, aber jeweils die Quellen genannt. Das reichte offensichtlich einem Fotografen nicht aus. Dieser sah sein Urheberrecht verletzt und stellte deshalb seine (rechtlich gesehen vermutlich berechtigten) Forderungen.

Gerade Mittelständlern wird das Bloggen nicht unbedingt leicht gemacht. Denn es erfordert einen erheblichen Aufwand, die ganzen rechtlichen Rahmenbedingungen zu verstehen, denen sich Blogger bereits heute unterwerfen müssen. Das führt naturgemäß zu einer gewissen Verunsicherung und motiviert auch nicht unbedingt zum Bloggen.

>> Gulli: Upload PDF-Magazin für Blogger und Podcaster erschienen: Thema: Abmahnung
>> Wissenswerkstatt: Das riskante Geschäft des Bloggens: Über die Kunst ein korrektes Impressum zu erstellen
>> Law-Blog: Fotorecht – guter Überblick über das Thema
>> PR Blogger: 2. Nachgebloggt: Arne Trautmann, Law-Blog

Klaus Eck

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

10 Replies to “Aus für Corporate Blog nach Abmahnung”

  1. Wenn ahnungslose Privatpersonen unerbittlich abgemahnt werden, kann ich Verärgerung verstehen und teilen.
    Wer aber gewerblich unterwegs ist — online oder offline — sollte die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Dazu gehören neben dem Gewerbe- und Steuerrecht auch das Wettbewerbs- und das Urheberrecht.
    Deshalb kann ich mich nicht recht überwinden, mich auf die Seite von Herrn Zotter zu stellen.

  2. Gut dass Sie darüber schreiben. Ohne das Blog des Möbelhändlers zu kennen halte ich seine Reaktion aber für falsch: Wenn ihm das Blog tatsächlich neue Kunden bzw. eine gute Kundenbindung bringt, kann er die vergleichsweise kostengünstige Abmahnung leicht verschmerzen und künftig eben mit eigenem Bildmaterial weitermachen, oder?
    Das Problem liegt vermutlich am Zeitaufwand. Es ist allemal einfacher sich aus dem Internet die passenden Bilder zu fischen und in das eigene Blog zu integrieren als mit der eigenen Kamera sich die Motive selbst zu erarbeiten.
    Bei mir hängt ein Beratungsmandat gerade an dieser Thematik (gleiche Branche!): Der Händler muss gute Fotos machen, dazu nette Texte verfassen und das Ganze dann im Blog regelmässig posten. Das ist ihm derzeit einfach zu viel Aufwand…

  3. Man muss die Fotos nicht immer selbst machen. Es gibt viele Bildkataloge im Web, von denen man passende Bilder kostenlos oder preisgünstig herunterladen kann.

  4. Ich wundere mich über die Blauäugigkeit von Gewerbetreibenden und Unternehmen, die natürlich für ihre Waren und Leistungen bezahlt werden wollen, aber davon ausgehen, dass sie sich die Arbeit dritter im Internet ohne Bezahlung aneignen dürfen. Im Volksmund nennt man das auch Diebstahl. Ich gebe ja zu, dass das Rechtsbewusstsein im Internet ein anderes ist, aber das Recht bleibt das selbe.
    Allerdings ist es manchmal schwierig bei Bildern etc. den Rechteinhaber ausfindig zu machen, wenn kein Copyright angegeben ist. Ist kein abmahnwütiger Rechteinhaber im Spiel, müsste sich eigentlich eine nachträgliche Honoriarhöhe wie bei ähnlichen Nutzungen erreichen lassen.
    Deshalb wäre es interessant, wie und ob Verhandlungen mit dem Fotografen verlaufen sind.
    Vielleicht hängt die Schließung des Blogs auch damit zusammen, dass dort noch viel mehr urheberrechtsgeschützte Fotos etc. liegen und nun Angst vor weiteren Forderungen Dritter etc. existiert.
    Für Corporate Blogs und Online-Auftritte ist dies ein Paradebeispiel, wie man nicht mit Fremdmaterial umgehen sollte, um solche Probleme zu vermeiden.

  5. Hat der Fotograf nun „abgemahnt“ oder „eine Rechnung geschrieben“? Die Abmahnung ist das Eine und die ihr regelmäßig beigefügte „Rechnung“ das Anderes, denn die nennt man dann „Kostennote“.

  6. Ich verstehe die Aufregung auch nicht. Mal abgesehen davon, dass es wirklich viele miese Abmahner gibt und das Rechtswesen hier dringend eine Reform bräuchte: Ständig klauen Leute Inhalte aus dem Netz zusammen und wundern sich dann, wenn sie eine Rechnung bekommen. Wenn man das noch als Gewerbetreibender macht, muss man sich über eine Abmahnung wirklich nicht wundern.

  7. bei euren beiträgen muss ich direkt schmunzeln. rechnung oder abmahnung oder gar kostennote? diebstahl?
    mal aus meiner sicht. es kommt immer wieder vor dass ich seiten finde die bilder von meinen produkten mit einigen zeilen und einen link auf meinen shop haben. SUPER!!! was will ich mehr. schließlich will ich mit meiner sonstigen PR arbeit genau dass erreichen. diejenigen „stehlen“ nicht, es ist mit einer empfehlung zu vergleichen. und ganz nebenbei bekomme ich noch backlinks für dich ich sonst zeit aufwenden muss.
    rein rechtlich gesehen könnte ich dagegen vorgehen, wäre im „recht“. aber mal ehrlich, da wär doch jeder blöd der sowas macht.
    ganz anders würde es sich verhalten wenn wer so tut als stamme alles von ihm, ohne quellenangabe etc.
    so, und von den vorteilen die der fotograf hatte redet auch niemand, tausende besucher themeninteressierte besucher im monat. gratis werbung. im prinzip hab ich nichts anderes gemacht als zu sagen: hallo leute, schaut mal, ein super beitrag von „link“….
    empfehlung mit link dorthin. also was ihr da von euch gebt ist genau der grund warum ich das ganze sein lasse. gleich von diebstahl zu sprechen, oder wortglaubereien ob rechnung oder kostennote….
    bleibt locker leute und habt mehr spass im netz

  8. ein schönes beispiel dass es noch eine positive sichtweise dieser vorgehensweise gibt ist die tatsache dass sogar grosse möbelproduzenten auf meine seite als art referenz verwiesen wenn ich was über sie gebracht habe. da habe ich auch nicht nach erlaubnis gefragt. branchenkollegen haben sogar schon selber beiträge geschickt damit ich sie bringe.
    mann kann es nämlich auch so sehen.

  9. Die aktuellen Horizont bringt eine Wiederbelebung der Corporate Blog Diskussion (Ausgabe 24/2007 Seite 20). Unter dem Motto „Todgesagte leben länger“ wird endlich nicht nur populistische Schwarzweißmalerei betrieben, sondern differenziert interessante Blogs herausgegriffen, die einen Mehrwert anbieten und auch Leser, Blogger und Kunden gut involvieren, sie motivieren und für das eigenen Unternehmen oder Produkt einbinden. Lohnt sich zu lesen.

  10. Hallo,
    vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Ich finde es allgemein in der Online Welt bedenklich, wie schnell teilweise abgemahnt wird. Erinnern möchte ich an dieser Stelle auf das benutzen von z.B. einem Ausschnitt aus einem Stadtplan auf der eigenen HP, welches gleich mehrere Tausend Euro kosten kann. Aber ok, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Dennoch fände ich es wünschenswert, wenn prinzipiell erst einmal ohne Geldstrafe abgemahnt werden müsste. Erst wer darauf nicht reagiert, sollte zahlen!
    By the way: Ich schreibe gerade an meiner Diplomarbeit zum Thema “ Der Weblog als Kommunikationsinstrument: Corporate Blogging in Unternehmen“ und habe eine Umfrage am Laufen; es wäre schön wenn einige daran teilnehmen würdest!
    Der Link zur Umfrage:
    http://web210.sv10.net-housting.de/limesurvey/index.php?sid=14293&lang=de
    (ich hoffe es ist ok den Link hier zu posten, ansonsten bitte löschen)
    Vielen Dank und Gruß
    Roland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.