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10 Twitter-Thesen für die Online-Kommunikation

Seit einigen Tagen steht die Online-Welt vieler amerikanischer A-Blogger Kopf. Immer mehr Blogger entdecken für sich das Tool Twitter, das eine Mischung von Instant Messaging, Blogging und SMS anbietet, die erst einmal viele befremdet und manche sogar an Big Brother erinnert. In der Blogsuchmaschine Technorati gehört das Wort "Twitter" seit Tagen zu den Top-Suchen.

Beim Twittern steht zunächst einmal die Frage im Vordergrund: "What are you doing?" Jeder Nutzer hat 140 Zeichen für einen  Beitrag zur Verfügung und kann ihn auf der Twitter-Plattform direkt publizieren. Dabei kann der Twitterati entscheiden, ob nur sein Netzwerk oder alle auf die veröffentlichten Informationshäppchen zugreifen können. Die meisten Texte sind banal und erinnern im SMS-Stil daran, dass wir leben, weil wir twittern. Kritisch fragen zahlreiche deutsche Blogger: Wozu das Ganze? Wer will wissen, was ich gerade getan habe? Möchte ich wirklich lesen, das jemand seinen Hund ausführt, einen Kaffee trinkt, seine E-Mails checkt, auf der CeBIT unterwegs ist oder online recherchiert und gerade etwas über das GeTwitter gebloggt hat?

Niemand wird gezwungen, das Twittern anzufangen und derlei Beiträge zu lesen. Das verhält sich beim Bloggen letztlich auch nicht anders. Interessanterweise kritisieren einige Blogger an der Social Software Twitter das, was sie beim Bloggen eigentlich ganz fantastisch finden: den Information Overload durch Banalitäten.

Ich experimentiere selbst noch mit Twitter, finde manche Anwendungen, die sich jetzt schon herauskristalisieren durchaus für die Online-Kommunikation interessant. Ob Twitter sich durchsetzen kann, wird die Zeit zeigen, aber Potenzial ist dafür genügend vorhanden.

10 Thesen, die für Twitter sprechen:

  1. Ich kann via Twitter meine Online Relations mit niedrigem Aufwand ausbauen, Kontakte pflegen und direkt erreichen.
  2. Jeder Twitter-Channel lässt sich als RSS-Feed oder SMS-Alert abonnieren. Dadurch lässt sich Twitter als Newsletter oder Newschannel mit spezifischen Inhalten verwenden (BBC News, Google News, PR Blogger News etc.).
  3. Über Twitter kann man auf seine neuesten Blogeinträge verweisen und somit ein klein wenig Linkbaiting betreiben.
  4. Social Bookmarking funktioniert auch via Twitter sehr gut. Dafür reichen 140 Zeichen völlig aus.
  5. Crowdsourcing: Ich kann offene Fragen an meine Community richten und erhalte tatsächlich Antworten und Lösungen, wenn ich beispielsweise Informationen oder  Experten suche.
  6. Twitter lässt sich im Mangagement für das Projektmanagement einsetzen. Wenn die einzelnen Akteure jeweils ihren Stand via Twitter mitteilen, wissen alle Projektbeteiligten via SMS, woran sie sind.
  7. Ich erfahre via Twitter, womit sich die twitternden Blogger gerade beschäftigen und mache mir dadurch ein Bild von der Person. Es ist zwar nur ein allererster Eindruck, aber der kann entscheidend sein und mich zu seinem Blog führen.
  8. Twitterati sind oftmals Geeks, die einen Riecher für neue Trends haben. Sie vermitteln einen ersten Eindruck für Neues in der Online-Technologiewelt.
  9. Online-Kampagnen: Auf einem Twitter-Channel kann man ein Thema, eine Veranstaltung oder eine Person in Szene setzen. John Edwards begleitet seinen Präsidentschaftswahlkampf via Twitter.
  10. Twitter stillt das voyeuristische Bedürfnis, an der Lebenswelt anderer (A-Blogger?) teilzuhaben, auch wenn man nur als Zuschauer die Gesichter via Twittervision betrachtet. Nicht umsonst war Big Brother anfangs ein TV-Erfolg.

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>> Plog.de: darf ich vorstellen – twitter.com
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>> The Twitterholic.com Top 100 Twitter Users
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>> Klaus Eck in Twitter with Friends

Klaus Eck