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Denkanstoß statt Anstoß

Wenn man heutzutage einen Blick auf die Titelblätter der Zeitschriften
bzw. Zeitungen wirft, hat man wahrhaftig das Gefühl, dass es nur noch ein
einziges Thema in diesem Land gibt. Die WM hat die Medien bestens im Griff
und sorgt nicht zuletzt dafür, dass man dem Fussball-Trubel nur durch einen
bewussten Entzug der Massenmedien entkommen kann. Dass es jedoch auch in
diesen Tagen noch Menschen gibt, die sich um Themen fern vom Rasen kümmern,
zeigte die Aktion "Anstoß – Themen
fern vom grünen Rasen", die gestern um 13 Uhr am Sendlinger Tor in der
Münchner Innenstadt stattgefunden hat.

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Ein ungewohntes Bild bot
sich Passanten gestern am Sendlinger Tor, als sie die Rolltreppe von der
U-Bahn hochfuhren: Da lag ein Obdachloser auf einem Mini-Fußballfeld. Eine
Wäscheleine war über
den ganzen Platz gespannt, voll behangen mit
bunten Trikots zum Mitnehmen. An der Ecke zur Sendlinger Straße drängten
sich die Menschen um drei Kickertische.

Bei der Guerilla-Aktion,
die von der Untergrund-Agentur webguerillas umgesetzt wurde,
stellten sich die drei sozialen Organisationen exilio e.V., Lindau, ein Verein für Hilfe für
Migranten,
Flüchtlinge und Folterüberlebende
, die Heilsarmee, sowie Aktion
Canchanabury e.V., Bochum
  vor und wandelten das Sendliger Tor
kurzerhand für einige Stunden um zum Zentrum der "sozialen WM"

Mit Hilfe der unkonventionellen Veranstaltungsform sollten Menschen
auch
während der WM den Anstoß erhalten nicht nur über Anstöße auf dem
Fussballlfeld nachzudenken, sondern ihre Sensibilität für soziale
Themen wie Obdachlosigkeit, Flüchtlinge und Aids-Waisen zu schulen.

Die Aktion zeigte eindeutig, dass sensible Themen durchaus mit
ironisch-ernsten Anspielungen dargestellt werden können. Entscheidend ist
hier die Botschaft die durch die Aktion vermittelt wurde.

Verena Schmunk