Flickr-PR

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Social Media beschäftigen die Kommunikationsbranche. "Weblogs?" "Ja, kenne ich." "Nutzen?" "Wissen wir noch nicht genau, das beobachten wir aber." "RSS?" "Was ist das?" "Pizza kommen lassen vs. Pizza selbst abholen." "Ach so. Beobachten wir." In manchen Fällen heißt es auch, "wir beobachten unsere Kunden."

Doch wie sieht es denn mit mit Foto-Service flickr aus? Ich erinnere mich noch, als ich das zweite Mal bei flickr war, habe ich zum Testen sogleich den Namen meines Kunden eingegeben. Ich fand nichts und habe als erstes ein passendes Motiv hochgeladen – im Gegensatz zur Frage, ob PR-Berater bei Wikipedia Artikel über betreute Unternehmen verfassen sollen, finde ich bei flickr die Antwort ziemlich eindeutig: flickr ist kein Referenzwerk, sondern ein Sammelsorium von Bildern. PR-Fotos sind dort also erlaubt. Was flickr einzigartig macht, ist die Verbindung von Bild und Text, bzw. Bild und Assoziation. Meiner Meinung nach immer noch eines der besten Beispiele für das Web 2.0.

 

Doch zurück zum Thema:
2000+ Fotos mit dem Tag nike: Schuhe muss jeder tragen.
12.000+ Fotos mit dem Tag nokia: Viele machen mit Nokia Handys ihre Fotos
700+ Fotos mit dem Tag marlboro: Es rauchen viele.

Viel mehr noch als Weblogs steckt in den Tiefen von flickr die Möglichkeit für den User, sich kritisch zu äußern, ohne das Unternehmen das merken.
Zum einen, weil bisher die wenigsten Unternehmen flickr auf der
Rechnung haben. Zum anderen, weil man meist sehr gezielt suchen müsste
und die Bilder häufig mehr zeigen, als die Beschreibung aussagt.

Offensichtlich ist noch die Suche Dell und broken. Die Suche nach "scheiße" liefert unter anderem ein Bild von Gerhard Schröder. Die scheinbar harmlose Suche nach Dresden und Bahn liefert eine Verspätung.

Man kann natürlich argumentieren, dass ein Bild von XX Millionen
schon nicht so schlimm sein wird, doch damit verschließt man sich
genauso vor der Wahrheit, wie mit der Aussage, ein Weblog mit 10 Lesern
hat keinen Einfluss. Es kommt wie immer darauf an, wer rezipiert und wie vernetzt das Angebot ist.

Was tun? Auf jeden Fall beobachten (alle flickr-Bilder Pools und Suchen
lassen sich per RSS abonnieren) und bei den Suchbegriffen kreativ sein.
Gleich für die Krise mitplanen, z. B. "Unternehmen" und "Problem". Darüber hinaus sind den Möglichkeiten der Einflussnahmen Grenzen
gesetzt, aber allein durch die Beobachtung ergeben sich evtl. neue
Ideen und Erkenntnisse über die Zielgruppe.

>> PR-Blogger: Social Bookmarks und PR (Thomas Pleil)
>> Flickr Slideshow
>> Flickr – OpenBC Fotos im Überblick

Sebastian Keil, www.planetsab.de

5 Replies to “Flickr-PR”

  1. Das klingt alles so ängstlich. Aus Sicht einer möglichen Bedrohung der Reputation eines Unternehmens betrachtet, haben Sie vielleicht recht, wobei Sie ja bereits andeuten, daß eine „Beobachtung“ wohl schwierig sein wird; zumal eine anschließende Intervention unmöglich ist.
    Schade finde ich, daß die schier unerschöpflichen Möglichkeiten für Unternehmen, die flickr-Idee für ihre Zwecke gewinnbringend einzusetzen, keine Erwähnung finden. Auch ich halte flickr für eines der besten Beispiele des Web 2.0. Da geht doch sicher einiges, oder?

  2. Aber ja (unerschöpfliche Möglichkeiten), aber nein (ängstlich). Angefangen beim flickr-Sudoko bis hin zu Guerilla-Projekten wie z.B. „reshelving“ (mal nach Tag reshelving gucken). Das ist ja das tolle, durch die Interaktion von Tags und Visuals sowie der Möglichkeit mit RSS zu abonnieren und Bilder zu kommentieren sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.
    Ich wollte zunächst über die präventiven Aspekte sprechen. Vielleicht kommt als nächstes ein Beitrag zu den kreativen Möglichkeiten.

  3. interessantes thema. zum stichwort: kreative möglichkeiten — dazu habe ich unten (mein kürzel) mal unsere rubrik „flickrtising“ verlinkt. ich denke, man sollte flickr beachten und auf dem plan haben, schätze aber die gefahren (noch) nicht allzuhoch ein. da geht doch relativ viel in der masse unter. und wenn man nicht gerade einen „a-blogger“ vergrätzt, konsequente ignoranz zeigt (beispiel dell/jarvis) oder sich ständig in der öffentlichkeit verrennt, sehe ich im moment mehr positives potenzial für unternehmen in der nutzung von flickr. besonders deshalb, weil man auf derselben plattform, derselben ebene antworten und reagieren kann.
    das gute an flickr ist ausserdem, dass man an der statistik eines bildes relativ leicht erkennen kann, ob/wie man reagieren sollte.

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