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9. Nachgebloggt – Peter Jordan zu Blogs und Krisen-PR

Peter_2Peter Jordan (38) ist freier PR-Berater in München. Davor leitete er das Münchner Büro der deutschen Top-fünf Kommunikationsagentur Ahrens & Bimboese. Weitere Stationen zuvor waren Beraterpositionen bei Ketchum in München, Tochter einer internationalen PR-Agentur und Dirk Bläse PR, einer Agentur für Wirtschaftskommunikation in Stuttgart. Darüber hinaus baute der Dipl.-Volkswirt die PR-Abteilung der KG Allgemeinen Leasing bei München auf, der größten Leasinggesellschaft Europas und arbeitete bei den Informationsdiensten der FAZ in Frankfurt. Am 10. Mai wird Peter Jordan auf dem PR Blogger Workshop in München über das Thema „Blogs & Krisen-PR“ referieren.

>>Sind Blogs wirklich ein Fall für die Krisen-PR?

Das ist definitiv der Fall. Blogs stellen eine technische Plattform für die schnelle Verbreitung von ungefilterten Informationen dar. Das birgt die Gefahr, dass die Meinungsmacht von Einzelnen sich überdurchschnittlich auswirkt. So können Blogger ihre Plattform gezielt für Negativ- oder Positiv-Kampagnen nutzen. Dabei kommt es noch nicht einmal auf die Glaubwürdigkeit des jeweiligen Blogs an. Im Gegensatz zu Redaktionen gibt es bei Blogs keine halbwegs filternde Instanz.

>>Was versteht man eigentlich unter Krisen-PR?

Jedes Unternehmen sieht sich mit einer Reihe möglicher Gefährdungspotenziale konfrontiert. Diese können sowohl intern als auch extern ihren Ursprung haben. Tritt eine Krise dann ein, erregt das Unternehmen nolens volens viel Aufmerksamkeit. Die Erwartungshaltung der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit nach schnellen Informationen steigt rapide. Die richtige Kommunikation ist in so einer Situation essentiell. Verhält man sich in der Krise falsch, kann das die Krise noch verstärken. Das hat nicht zuletzt auch der Fall Jamba gezeigt.

>>Worauf muss man dabei besonders achten?

Erst einmal sollte die Krisenkommunikation nicht erst dann begonnen
werden, wenn sich die Krise bereits abzeichnet. Eine eingespielte
Unternehmenskommunikation ist wichtig, um im Falle des Falles schnell
eine entsprechende Infrastruktur der Informationsbeschaffung und
Bearbeitung zu gewährleisten. Darüber hinaus sollten selbstverständlich
mögliche Krisenszenarien schon zuvor durchgespielt werden. Auf diese
Weise kann ein Unternehmen im Krisenfall schnell handeln.

>>Welches Unternehmen benötigt eine Unterstützung in der Krisenkommunikation?

Prinzipiell kann natürlich jedes Unternehmen in eine Krise
geraten. Richten sich dann die internen und externen Augen auf das
Unternehmen, wird jede Aktion, jede Kommunikation zur
Krisenkommunikation. In dieser Situation empfiehlt sich, externe
Unterstützung von PR-Experten in Anspruch zu nehmen. Nicht nur, dass
diese professionell die Kommunikation handeln. Von nicht zu
unterschätzender Wichtigkeit ist der Blick von Außen in das
krisengeschüttelte Unternehmen, das oft nicht in der Lage ist, die
kritische Situation neutral zu analysieren.

>>Wann sollte man sich damit auseinandersetzen? Wann muss ich im Krisen-Fall reagieren?

Wenn jemand in seinem Blog etwas Negatives über Unternehmen X
schreibt, sollte die PR-Abteilung und das Management darüber schnell
Informationen erhalten. Ein gutes Monitoring stellt dafür eine wichtige
Voraussetzung dar. Durch die Beobachtung der eigenen Zielgruppen erhält
man ein gutes Gefühl dafür, wann sich etwas zu einer wirklichen Krise
entwickeln könnte.

Bei der Betrachtung eines Krisenszenarios sollte ein Unternehmen immer
eine Worst-Case-Analyse bereithalten. In der Kommunikation gilt
hingegen, dass man die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahrt und
abgestuft Kommunikationstools einsetzt. Wichtig hierbei ist es
natürlich, dass man sich in der Kommunikation offen und ehrlich mit den
Problemen auseinandersetzt und nicht etwa anonym Kommentare in Blogs
schreibt.

>>Wie sollte man am besten mit Trollen in den Blogs umgehen?

Zu einer guten Krisenkommunikation gehört grundsätzlich eine
defensive, aber auch selbstbewusste Auseinandersetzung mit den
Sachinhalten. Dabei ist es für die Krisenkommunikation eher
unerheblich, wie man angegriffen wird. Selbst wenn das sehr emotional
geschieht, ist es empfehlenswert, ruhig zu bleiben und dem sachlich zu
begegnen. So können Trolle zwar weiterhin ihre Spiele spielen, laufen
damit aber schnell ins Leere.

>>PR Blogger_Workshop (Fax-Formular)