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Laurenz Meyer oder die Versorger-PR

Man muss dem ehemaligen CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer eines zugute halten, der Mann hat Haltung. Und die färbt sogar auf die Presse ab. Dort hat man sich zwar mokiert, dass der Mann vom Versorger RWE Geld bekommen hat, das ihm gar nicht so richtig zusteht. Aber warum die Aufregung, das ist ja nicht unser Geld. Oder liebe Presse…

Im Feuilleton wird zwar gern ein Schöngeist zitiert, der erklärt, dass der Flügelschlag eines Schmetterling am Amazonas zehntausende Kilometer entfernt zu einem Orkan führen kann, aber Meyer ist ja kein Schmetterling. Der Mann hat es ja schon vor der Politkarriere geschafft bei einem Versorgungsunternehmen Hauptabteilungsleiter zu werden, einer der sogar gebraucht wurde, weshalb man ihn für weitere Dienste unbedingt bezahlen musste – selbst nachdem er dem Unternehmen untreu geworden ist. Ansonsten ist es mit unseren Versorgungsunternehmen – von der Energie bis zur Medienwirtschaft (öffentlich-rechtliche) – ja anders. Oft werden da die Politiker erst dann versorgt, wenn sie aus der Politik entsorgt werden müssen.

Doch eigentlich wollte ich auf die bemerkenswerte und gelungene
PR-Taktik von Meyer eingehen, die uns sagt, dass er erstens nichts Unrechtes getan hat – und dann war es ja nur Geld von einem großen
Versorgungskonzern, der genug davon hat. Und fehlt dem Konzern Geld, um
weiter große, freiwillige Gaben an Meyer & Co. zu verteilen, nun
ja, dann hebt man einfach die Tarife an.

Das zeigt auch, dass Meyer nicht alleine an den Pranger gehört. Wer
sind die, die ihm die Gelder zugeschoben haben? Korrekt hätten sie
sagen müssen, Du darfst vorzeitig ziehen – aber warum dafür auch noch
einen goldenen Handschlag? Und warum die beamtenmäßige Regelung, dass
er sicher wieder kommen darf, wenn es in der Politik nicht klappt?
Warum nicht? RWE-Kunde zahlt dies ja.

Was kann man daraus lernen? Was der Karriere nutzt, wird privatisiert,
die Absicherung dafür muss aber die Allgemeinheit zahlen. Und die
besteht in Deutschland scheinbar aus 80 Millionen Masochisten, die
sich einen politischen Selbstbedienungs- und
Selbstverwirklichungszirkus halten, dessen Leistung vor allem darin
besteht, es sich gut gehen zu lassen und den politischen Gegner zu
beschädigen.

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