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PR-Blogger Buchtipps: Social Business – von Communities und Collaboration

Immer mehr Unternehmen haben die Notwendigkeit erkannt, sich zu einem „Social Business“ zu entwickeln. Dieser Prozess schließt nicht nur die Verwendung von Social Media Tools ein, denn diese bilden per se nur die technische Grundlage, um Wissen und Unternehmensstrukturen transparenter und Arbeitsprozesse mittels Digitalisierung effizienter zu gestalten. Vielmehr müssen alle Beteiligten vorbereitet und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit das Change Management erfolgreich sein kann. Kann ein Buch den Anspruch erfüllen, Unternehmen auf diesem Weg zu unterstützen?

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Vorab: Das Buch von Annabelle Atchison, Thomas Mickeleit und Carsten Rossi hält, was es schon auf dem Cover verspricht. Es ist ein praxisorientierter Leitfaden, der in 13 Kapiteln alle zunächst relevanten Themenfelder in diesem Bereich abdeckt und dennoch mit der Beschränkung auf das Wesentliche auf handhabbaren 290 Seiten einen guten Überblick bietet.

Die 40 Autoren mit unterschiedlichsten Bildungs- und Berufshintergründen – beispielsweise  Kommunikationswissenschaftler, Politologen, Informatiker und Juristen – haben eines gemeinsam: Sie alle haben bereits praktische Erfahrungen in diesem recht neuen Umfeld gemacht, die sie mit dem Leser teilen möchten.

Die Praxisberichte namhafter Unternehmen wie Microsoft,  Telefonica, Deutsche Telekom oder Immobilienscout 24 beschreiben die verschiedenen Implementationsprojekte anschaulich und aus verschiedenen Perspektiven. Dabei wird auch an einigen Stellen auf Fehler eingegangen, die als Learnings für zukünftige Projekte dienten. Eine willkommene Abwechslung zu der ansonsten oftmals sehr beschönigenden Enterprise 2.0-Literatur, die Carsten Rossi, selbst als Social Business Berater tätig, im siebten Kapitel durch sein Eingeständnis bietet:  „Wir sind daran gewachsen. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als Organisation. Weil wir bei der Implementierung von Social-Business-Strukturen innerhalb der Agentur alles falsch gemacht haben, was möglich war – und daraus gelernt haben.“ Ebenso werden die entsprechenden Tools wie Yammer genannt, die bei den Unternehmen eingesetzt wurden und in der Regel bei diversen Case Studies von Unternehmensseite in der Regel nicht namentlich aufgeführt werden.

Wie die Autoren Social Business definieren

Aufgrund der Neuartigkeit des Begriffs gibt es keine einheitliche Definition von „Social Business“. Für die Autoren dieses Buches geht Social auf jeden Fall „weit über Twitter, Facebook und Co. hinaus.“  Zudem wird betont, dass der Begriff Enterprise 2.0 keinesfalls gleichzusetzen ist, da Social Business mehr umfasst. Es stellt ein „Unternehmen oder Organisation dar, in denen alle internen und externen Stakeholder (u.a. Mitarbeiter, Kunden, Partner, Anteilseigner) gemeinsam und auf Basis unternehmenseigener Social Software (z.B. Enterprise Social Networks oder Social CRM Systeme) an der Erreichung der Unternehmensziele arbeiten.“
Social Business

Diese Definition hat mir persönlich besonders gut gefallen, da hierbei sehr stark betont wird, dass soziale Technologien in Unternehmen nicht einfach eingesetzt werden, weil dies gerade „Trend“ ist. Vielmehr kann durch den Einsatz ein entscheidender Mehrwert entstehen, indem beispielsweise die Ziele des Unternehmens effizienter verfolgt werden können.  Dazu ist ebenso eine klare Strategie und ein ganzheitliches Konzept für einen nachhaltigen Einsatz notwendig, denn „ein bisschen Social Business gibt es nicht“, wie in Kapitel 12 (Reporting: Return on Engagement) hervorgehoben wird.

Überblick der Inhalte

Die ersten Kapitel behandeln die Basis von Social Business, indem die Potenziale erläutert werden und auf die Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Implementation eingegangen wird. Hierbei wird sowohl die interne Nutzung für die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern als auch die B2B- und B2C-Kommunikation beleuchtet. Berücksichtigt wird außerdem die Organisationsform, denn ein Kapitel behandelt ausschließlich den Einsatz von Social Software für den Mittelstand.

Die Autoren zeigen auf, welche Aspekte im Vorfeld berücksichtigt werden müssen (Stichwort Social Governance), welche Hürden, wie Motivationstiefs bei Mitarbeitern und die mangelnde Bereitschaft, Wissen zu teilen, auftreten und wie sie überwunden werden können. Dazu führen sie konkret Anwendungsbeispiele in verschiedenen Unternehmensbereichen an (Social Media Marketing, Customer Support/Social CRM/Commerce).

Darüber hinaus kommt auch die Management-Perspektive nicht zu kurz, indem praktische Tipps zur Messung des ROI und zur sinnvollen Verwendung entsprechender Ergebnisse aus Webmonitorings und Co. gegeben werden.

Welche Zielgruppe spricht das Buch an?

Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes ist das Buch aus meiner Sicht sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene geeignet. Anfänger haben hier die Möglichkeit, in das Thema einzusteigen, indem sie sich einen kompletten Überblick verschaffen können. Fortgeschrittene hingegen können einzelne Kapitel zur Vertiefung beziehungsweise Veranschaulichung aufgrund der zahlreichen Praxisbeispiele rezipieren.

Ebenso ist das Buch in einem so verständlichen Kontext geschrieben, dass auch Mitarbeiter ohne Vorkenntnisse in der Social Media Branche, zum Beispiel als Endnutzer einer Social Software, sich Hintergrundwissen aneignen, ohne jeden Begriff bei der Lektüre googeln zu müssen.

Fazit

Eine klare Leseempfehlung, gerade auch aufgrund der Aktualität, denn das Buch ist erst vor drei Monaten erschienen (Mai 2014). Für die Zukunft würde ich mir mehr solcher Fachbücher wünschen, gerne mit Vertiefung auf eines der in diesem Exemplar behandelten Themenfelder, die bisher im Enterprise 2.0-/Social Business-Umfeld leider noch recht überschaubar sind.

 

>> Buchbesprechung Experton Group 

 

Bildquelle: Frankfurter Allgemeine Buchbusinessman drawing a social business network scheme on a whiteboard (shutterstock)