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Studie zu Social Recruiting: Trends und Entwicklungen

„Was potentielle Arbeitnehmer in den sozialen Netzwerken wirklich anspricht“, fragt sich so mancher E-Recruiter. In einer empirischen Studie ist Florian Schreckenbach (Talential) gemeinsam mit Leena Volland und dem Beratungsunternehmen embrander jetzt dieser Frage nachgegangen. Mit Ergebnissen, die Social Recruiters anspornen dürften.

Im ‚War of Talents‘ fällt es vielen Unternehmen schwer, die offenen Stellen mit gut ausgebildeten Fachkräften zu besetzen. Talente sind rar und oft haben die entsprechenden Kandidaten nicht nur ein, sondern gleich ein Dutzend Angebote auf dem Tisch liegen.

Eine sogenannte „Direktansprache“ von Unternehmen innerhalb von Social Media ist ein Weg, der derzeit von Personalern genutzt wird, um zumindest schon einmal auf dem Radar der potentiellen Arbeitnehmer zu sein.

Denn, dass soziale Netzwerke genutzt werden, ist längst kein Geheimnis mehr. Dazu gehören eher privat genutzte Plattformen wie beispielsweise Facebook, vor allem aber auch Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Durch die Profilangaben der User können Social Recruiter abwägen, ob die entsprechende Person eventuell ein geeigneter Kandidat ist. Um den Pool der Anzusprechenden einzugrenzen, kann die Community der Facebook-Abonnenten analysiert werden, oder gezielt die Stichwortsuche auf den Business-Netzwerken Xing oder LinkedIn eingesetzt werden.

Ansprachen sind durchaus erwünscht

Allerdings kann man hier nicht wirklich von ‚Social Recruiting‘ sprechen, denn das setzt den aktiven Einsatz von Social Media im gegensatz zu statischen Stellenanzeigen, voraus. ”Beim Posten einer Jobanzeige ist XING eine Stellenbörse. Erst wenn man die Jobanzeige in seinem Netzwerk weiterempfiehlt bzw. dort dann weiter empfohlen wird, ist es Social Recruiting”, erklärt Schreckenbach.

Eine mögliche Angst der Unternehmen, als aufdringlich oder spammend wahrgenommen zu werden, ist unbegründet.Viele User freuen sich über eine Ansprache.

„Wichtig dabei ist, dass die Ansprache inhaltlich überzeugend und passend auf die Kandidaten zugeschnitten ist. Das kostet allerdings Zeit, dies sollte Unternehmen bewusst sein“, mahnt Schreckenbach.

Die Inhalte in so einer Direktansprache wirksam zu formulieren, ist gar nicht so einfach. Vor allem, weil sich laut der Studie potentielle Kandidaten andere Inhalte in der generellen Kommunikation der Unternehmen in Social Media und in den Ansprachen wünschen, als ihnen angeboten werden.

Aus diesem Grund sind viele Direktansprachen auch noch nicht so wirklich erfolgreich. Denn bei den Angesprochenen machte es häufig dann gar keinen Unterschied, ob sie durch das Unternehmen kontaktiert wurden, oder nicht.

Es kommt auf die richtige Strategie an

Innerhalb der Studie wurde herausgearbeitet, dass ein optimaler Social Recruiting Prozess in vier Phasen abläuft: Aufmerksam auf die Marke/ das Unternehmen machen, diese Aufmerksamkeit in Interesse umwandeln (z. B. durch ein attraktives Social Media-Angebot), Bewerbungen generieren (z. B. durch Direktansprachen) und dann Mitarbeiterbindung.

Obwohl in der Studie ein Zuwachs an Social Recruiting Maßnahmen im Vergleich zu 2010 festgestellt wurde, sind derartige Bemühungen doch immer noch eher verhalten.

Florian Schreckenbach glaubt, dass das vorherrschende ungewohnte Gefühl gegenüber den neuen Kommunikations- und Rekrutierungsmöglichkeiten mit der Zeit abklingen wird.

„Es findet eine kulturelle Veränderung in Bezug auf eine offenere Kommunikation und flexiblere Kollaboration statt. Dies findet meiner Meinung nach zunehmend Eingang in die Unternehmen – Stichwort: Enterprise 2.0“, sagt Schreckenbach.

Damit diese Einschätzung wirklich Realität werden kann, müssten in Zukunft noch mehr Unternehmen Social Media aktiv nutzen – z. B. innerhalb von Projekten, um Wissen optimal zu verwalten.

Die vollständige Studie kann kostenpflichtig unter www.embrander.de heruntergeladen werden.

Dieser Artikel ist der Start einer Reihe Beitrage zu den Themen Employer Branding, Personal Branding und Social Recruiting. Schon nächste Woche gibt es mehr.