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Verlage profitieren von der Blogger-Promotion

„Paid Content for free“: Für Blogger eigentlich eine Selbstverständlichkeit, schließlich gibt es bislang keine mir bekannten Paid Blogs. Jetzt entdecken einige Medien den Vorteil des so genannten Deep Linking und versuchen Promi-Blogger für sich als Promotion Blogger zu gewinnen. So bietet das Wall Street Journal Online Bloggern jeden Tag einen freien Bericht an, den sie verlinken dürfen. Dabei haben die Macher des Online-Magazins erkannt, dass Promi-Blogger den Traffic auf WSJ.com durchaus steigern und letztlich für ihr Angebot werben können. Der Sinneswandel erklärt sich wie folgt:

„What made the Journal trade in its legal threats for free content for bloggers? Bill Grueskin, managing editor of WSJ.com, is a fan of the blogosphere and „gets it,“ in the words of blogger Jeff Jarvis, president of Advance.net. When the Journal started opening up for bloggers in May, Jarvis wrote, „This is good for bloggers and good for business. And it’s smart of the Journal to care about reaching out to this audience.“ (Glaser)

Das war längst nicht immer so. Lange Zeit wurde weltweit über das Deep Linking diskutiert.

So hat in Deutschland der Bundesgerichtshof erst vor einem Jahr dem Nachrichten-Suchdienst Paperboy das Setzen von Deep-Links auf einzelne Artikel erlaubt. Die Verlagsgruppe Handelsblatt hatte damals versucht, sich gegen das Verlinken einzelner Artikel durchzusetzen. Den Promotion Effekt hatte die Verlagsgruppe nicht für sich gesehen.

„Den Zorn der Verlage zog sich „Paperboy“ vor allem wegen der Deep Links zu, die die Nutzer – wie bei vielen anderen Suchmaschinen auch – direkt zu den gefundenen Seiten leiten – und dabei deren Startseiten umgehen. Dass dies gerade bei „Paperboy“ nach den Worten des Handelsblatt-Anwalts Tomas von Plehwe eine „schmarotzerhafte Anlehnung“ sein sollte, hat vor allem finanzielle Gründe: Denn es sind eben auch die Startseiten, auf denen die Nachrichten-Anbieter mit Werbebannern Geld verdienen können.“ (Spiegel)

>> OJR: Mark Glaser: Dear Bloggers: Media Discover Promotional Potential of Blogosphere
>> Wired: This Is Your Deep Link on P2P
>> Spiegel: DER FALL „PAPERBOY“ – Bundesgerichtshof erlaubt Deep Links (Paid Content)
>> via Notizen aus der Provinz: Verleger beginnen zu verstehen, dass Weblogs nicht „der Feind“ sind