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5 Tipps, wie Sie im Ideen-Workshop Ihr Social Media-Team auf Trab bringen

Wer auf den sozialen Medien kommuniziert, sollte seine Fans und Follower nicht langweilen oder nerven. Das gilt gerade für Unternehmen. Aber was, wenn die Ideen ausbleiben? Dann hilft ein Kreativ-Workshop, in dem mit verschiedenen Methoden die Kreativität angeregt wird. Hier kommen 5 Tipps, die Ihre Truppe dabei nachhaltig zur Ideen-Schmiede machen.

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Tipp 1: Strukturieren Sie die Veranstaltung sichtbar für alle und sorgen Sie für nachhaltige Ergebnisse: mit der Ideen- und Fragewand.

Nehmen Sie sich bewusst Zeit und strukturieren Sie die Veranstaltung vorab in Input mit kreativen Phasen

Egal, ob Sie mit Ihrem Kollegen eine Stunde oder mit Ihrem ganzen Team einen ganzen Tag Ideen entwickeln möchten: Nehmen Sie sich diese Zeit. Machen Sie allen bewusst, dass Ideenfindung etwas ist, das einen freien Kopf erfordert. Wenn die Teilnehmer oder Sie selbst nebenbei noch andere Aufgaben zu bearbeiten haben, wird sich das im Ergebnis niederschlagen.

Planen Sie eine Mischung aus Input und Arbeitsphasen. Passen Sie die Input-Themen an die Kreativ-Übungen an, wenn der Fokus auf der Ideenentwicklung liegt. Wenn der Fokus auf Weiterbildung liegt, bietet es sich an, die Kreativ-Übungen möglichst passend zu den Inputphasen auszuwählen.

Sie sollten auch dafür sorgen, dass die Ideen, die Sie zusammen mit Ihrem Team entwickeln, direkt sichtbar werden und bleiben. Dazu bietet sich als Rahmen beispielsweise an, zwei Flächen an der Wand zu markieren, die eine für die Ideen, die andere für auftauchende oder offene Fragen. Sind Sie ein Lebensmittelhändler, könnten Sie die Flächen Schnelldreherecke und Fragelager benennen. Sind Sie eine Autovermietung, heißen die Flächen Ideenhaltestelle und Frageparkplatz. Seien Sie hier kreativ und gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Vergessen Sie nicht das Erwartungsmanagement

Fragen Sie die Teilnehmer vorab nach Ihren Erwartungen und halten Sie diese irgendwo am Rande fest. Führen Sie dann die Agenda des Workshops ein. So können Sie am Ende des Workshops ein kleines Fazit ziehen. Das entlässt die Teilnehmer mit einem guten Gefühl und einer Vorstellung dafür, wie weitere Schritte aussehen könnten.

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Tipp 2: Spionieren Sie Ihre Fans/Follower aus!

Erkunden Sie die Bedürfnisse Ihrer Fans/Follower

Teilen Sie Ihre Teilnehmer in Arbeitsgruppen zu je zwei bis drei Leuten ein und lassen Sie Ihnen die Wahl: Entweder, sie denken sich basierend auf ihren eigenen Erfahrungen im Community-Management einen typischen Fan/Follower aus oder sie suchen sich einfach jemanden aus der Liste der Fans/Follower Ihrer bestehenden Social Media-Präsenzen aus, dessen Profil und Social Media-Aktivitäten die Grundlage für die Aufgabe ist.

Wichtig dabei: Der Social Media-Fan ist eventuell nicht deckungsgleich mit ihren Kunden oder bereits in einer Kundenanalyse entwickelten Personas. Dann sollen die Teilnehmer ihre Persona anhand folgender Kriterien analysieren: Neben Name, Alter und Job sollen sich die Teilnehmer Gedanken über Denken & Fühlen, Hören & Sehen, Charakter & Vorlieben, Produktbezug, Sprache & intellektueller Anspruch, Umfeld & Lifestyle dieser Person machen. Noch ein Tipp: Analysieren Sie ruhig auch einmal jemanden, der sich auf ihren Social Media-Präsenzen kritisch Ihnen gegenüber zeigt. Eventuell übersehen Sie hier ein Bedürfnis, das gar nicht so schwer zu bedienen wäre? Die Plakate könnten etwa so aufgebaut sein:

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Tipp 3: Setzen Sie Kreativtechniken ein und beginnen damit schon in der Vorstellungsrunde.

Die Kreativ-Techniken: Ideen anregen von Anfang an

Auch wenn sich die Teilnehmer des Workshops schon kennen, bietet sich in dieser Phase die Übung „Was, wenn ich ein/e … wäre“ an. So regen Sie schon jetzt die Kreativität Ihrer Teilnehmer an und können diese auch noch mit einem kleinen Kniff direkt in Ideen für die Social Media-Kanäle Ihres Unternehmens nutzen. Dafür setzen Sie an die Stelle von „…“ einfach etwas, was mit Ihrem Unternehmen zu tun hat.

Eine Vorstellungsrunde voller Kreativität

Sind Sie beispielsweise eine Autovermietung, könnten Sie die Teilnehmer dazu anregen, sich als ein bestimmtes Auto vorzustellen und zu erklären, warum sie das entsprechende Modell gewählt haben. Falls Sie die Öffentlichkeitsarbeit einer Universität leiten, könnten Sie als Vergleich verschiedene Studienfächer wählen. Falls Sie Waschmittel herstellen, könnten sich Ihre Teilnehmer als Kleidungsstücke präsentieren. Sie werden sehen: Das sorgt für gute Atmosphäre und dabei findet sicher schon die ein oder andere Idee den Weg auf die Ideenwand.

Bringen Sie Best Practices auf den Tisch und analysieren Sie sie gemeinsam

Spicken Sie bei anderen! Bitten Sie jeden Teilnehmer, kurz zu überlegen, was sie auf Social Media in letzter Zeit überrascht, amüsiert oder beeindruckt hat, unabhängig von der Quelle. Dann sollen sie drei Beispiele aufschreiben. Stellen Sie sich diese Beispiele gegenseitig vor und überlegen Sie zusammen, warum das Beispiel Erfolg hatte.

Ordnen Sie heimlich diese Beispiele an der Wand den Bereichen „witzig & unterhaltsam“, „Information & Mehrwert“, „Identifikation & Emotion“ und „Begeisterung & Erstaunen“ zu. Lösen die Bereiche erst hinterher auf. Das schärft Ihren Sinn und den Ihrer Teilnehmer für Kategorien, in denen Inhalte auf dem entsprechenden Kanal funktionieren. Prüfen Sie zum Schluss, ob sie weitere Kategorien an die Wand bringen müssen.

Mit der 635-Methode Gehirnschmalz zusammenwerfen und Assoziationen anregen

Bei dieser Methode kommt es darauf an, sich von den Ideen der anderen zu weiteren Ideen inspirieren zu lassen. Der Name rührt eigentlich vom Aufbau des zu nutzenden Arbeitsblattes her: 6 Zeilen mit je 3 Ideen, die in in 5 Minuten erdacht werden sollen. Das ist aber beinahe beliebig auf Ihre Bedürfnisse anpassbar. Entwickeln Sie vorab ein Arbeitsblatt, das sinnvoll auf ihrem Thema aufbaut. So kann aus 635 auch mal 737, 435 oder 335 werden. Jedes Blatt enthält außerdem Informationen über die Kategorie der zu bearbeitenden Contentidee und das Über-Thema.

Bitten Sie sie nun die Teilnehmer, die Grundinformationen des Blatts auszufüllen. Schauen Sie sich dazu beispielsweise nicht erfolgreiche Facebook-Posts ihres Unternehmens an. In Falle unseres Autovermieters wäre die Kategorie vielleicht Information und das Thema „Einparken leicht gemacht“. Nun sollen die Teilnehmer dazu 3 Ideen in die erste Zeile in jeder der drei Spalten schreiben.

Danach wird das Arbeitsblatt an den Nachbarn zur jeweils Linken weitergereicht, der weitere 3 Ideen in die zweite Zeile schreiben soll, welche auf den bereits dort stehenden aufbauen. Sind die Blätter nach einer Runde wieder am Ausgangspunkt angekommen, werden sie gemeinsam ausgewertet. Ideen, die daraus entstehen, werden sofort an die Ideenwand gepinnt.

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Tipp 4: Falls der Ideenfluss mal stockt und/oder die Laune sinkt: Überlisten Sie das Gehirn mit der Worst-Case-Technik!

Das Gehirn überlisten: Worst Cases brainstormen und umdrehen

Das menschliche Gehirn achtet mehr auf Unordnung als auf Ordnung, und es fällt ihm leichter, eine negative Perspektive zu entwerfen als eine positive. Das nutzen Sie beim Worst-Case-Brainstorming. Zur Vorbereitung können Sie die USPs Ihres Unternehmens in Schlagworte oder Schlagphrasen umwandeln. Verkaufen Sie beispielsweise Waschmittel, könnten die Schlagphrasen lauten: Schlammschlacht, leerer Tresor, Falten haben, miefen (USPs: Sauberkeit, günstig, knitterfrei, feiner Duft). Verschleiern Sie dabei die Verbindung zu den USPs, so gut es geht.

Schritt 1: Bitten Sie die Teilnehmer, zu diesen Schlagphrasen zu brainstormen und alle Assoziationen direkt für alle sichtbar festzuhalten. Beim leeren Tresor ist eine Assoziation vielleicht „Räuber“ oder „pleite“.

Schritt 2: Bitten Sie die Teilnehmer, zu allen Assoziationen die Gegenteile zu bilden und halten Sie auch diese für alle sichtbar fest. Zu „Räuber“ wäre das Gegenteil vielleicht „Gönner“ oder „Spender“ oder „wohlhabend“.

Schritt 3: Bilden Sie nun aus allen Gegenteilen Superlative. Diese können völlig übertrieben sein. Aus Spender wird so vielleicht „Robin Hood mit Goldsäcken in der Hand“ oder „steinreich“ oder „reicher als Dagobert Duck“.

Schritt 4: Nehmen Sie sich die Superlative vor und versuchen Sie in der Gruppe, aus jedem eine Idee an der Ideenwand zu generieren.

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Tipp 5: Sorgen Sie für frische Perspektiven durch eine externe Seminarleitung und Mitarbeiter aus anderen Abteilungen.

Tunnelblick vermeiden: Holen Sie sich jemanden dazu

Eine unverbrauchte Perspektive bewirkt manchmal Wunder. Dabei können „Externe“ auf zwei Arten helfen.

Sich einen externen Workshopleiter einzuladen hilft erstens dabei, den Workshop im Kopf der Teilnehmer vom alltäglichen Trott im Job oder im Team abzuheben. So lassen sich leichter auch mal andere Denkwege einzuschlagen. Außerdem hilft es bei der Vorbereitung der Übungen, einen unbeeinflussten Blick aufs Unternehmen zu erhalten, zum Beispiel beim Finden der Schlagworte für das Worst-Case-Brainstorming oder um Probleme ohne Scheu zu benennen.

Zweitens kann es auch fruchtbar sein, Teilnehmer aus anderen Abteilungen zum Workshop einzuladen. Einerseits erhält man so vielleicht Perspektiven, die Social Media-Verantwortliche auf ganz neue Ideen bringen können. Andererseits kann es so gelingen, weitere Mitarbeiter von der Sinnhaftigkeit von Social Media zu überzeugen. Gleichzeitig erhalten diese einen besseren Eindruck von Art und Umfang der Arbeit, die hinter Ihrer Social Media-Kommunikation steckt.

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So, und jetzt viel Spaß bei Ihrem Workshop!

Sie haben mit weiteren Kreativmethoden gute Erfahrungen gemacht? Oder ein regelmäßiges Meetingformat, das regelmäßig viele gute Ideen produziert? Dann freuen ich mich selbstverständlich, wenn Sie sie in den Kommentaren mit uns teilen!

Bilder: Sandra Elgaß, Shutterstock.