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Direkt zum Gipfel – mit der Premiere der Direttissima

Es will etwas heißen, wenn ein Event zum ersten Mal stattfindet und 14 Stunden in den Twitter Trends Deutschland ganz oben steht. Gelungen ist das Felix Wegener mit der Direttissima, Münchens neuer Medien- und Publishingkonferenz. 17 Speaker boten ein gelungenes Potpourri aus Vorträgen, bei denen der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand nicht zu kurz kam.

Beim Begriff „Direttissima“ haben wir ein Bild aus dem Bergsteigerlexikon vor Augen – den direkten Aufstieg zum Gipfel; ohne Umwege, versteht sich. Ein steiler Antritt, eine Konferenz so zu betiteln. Aber wer wagt, gewinnt. Das zeigen unter anderem zahlreiche Tweets, Posts und Instagram-Fotos.

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Was bereits die Ankündigung versprach, wurde auch gehalten: Die Referenten kamen aus den unterschiedlichsten Branchen und Umfeldern. Impulse und Ideen von der Welt außerhalb der eigenen Filterblase waren für die Teilnehmer also garantiert.

Social Media praktisch gedacht

Den Auftakt machte Dr. Christian Gries. Der Kunsthistoriker ist überzeugt, dass in Zukunft nicht mehr das Objekt im Mittelpunkt stehen wird, sondern die Besucher. Entsprechende Zahlen zeigen die Notwendigkeit der digitalen Kommunikation in Kultureinrichtungen: „The Metropolitan Museum of Art“ in New York erreicht laut Christian Gries sechs Millionen physische Besucher, 40 Millionen über die Website und 92 Millionen über die Facebook-Page. Zeit also, das physische Erleben im Museum ins Digitale zu übertragen. Das schafft das MET beispielsweise, indem es die Sammlung online nicht nur über eine kunsthistorische, sondern auch eine emotionale Nomenklatur erschließt.

Eric Jarosinski aka NeinQuarterly rief anschließend dazu auf, „Mut zum Schietern“ (sic!) zu haben. Damit wir das auch alle richtig machen, teilte der New Yorker Twitter-Philosoph wichtige Lehren, die er aus vier Jahren „erfolgreicher“ Twittererfahrung gezogen hat. Dazu zählt unter anderem der Rat „Macht was Vernünftiges. Und schmeißt es weg.“ Daran lehnte sich auch der Vortrag von Dirk von Gehlen an, der uns empfahl, viel mehr Shruggie in unser Leben zu lassen, offen zu sein für den digitalen Wandel. Was wir seit der #dico16 dazu sagen? ¯\_(ツ )_/¯
RichardGutjahr_Snapchat_ZahlenBei Richard Gutjahrs Ausführungen fühlten sich sicher ebenfalls viele ratlos, denn er nahm uns mit auf eine Reise durch Snapchat. Mit O-Tönen von der SXSW aus Austin – natürlich eingefangen in Snaps – und aktuellen Zahlen von Philipp Steuer verdeutlichte er, warum Snapchat eben mehr ist als ein Hype. Also: Snappe sich, wer kann!

Empathie schlägt Authentizität

Zwei Buzzwords die sich durch den gesamten Tag zogen, waren „Authentizität“ und „Empathie“. Immer wieder ging es um die Frage, was von beiden besser sei und darum, wie man im Social Web auftreten sollte. Für Anna Dushime, die eine syrische Flüchtlingsfamilie in ihrer WG aufgenommen hat, zählen nicht Likes und Shares, sondern, dass Hilfe auch unbürokratisch und schnell über Social Media organisiert werden kann. Ralph Gunesch, ehemaliger Fußballprofi, mahnte eindringlich, im Web echte Inhalte zu teilen, statt auf typische Marketingtexte zu setzen. Einige aktive Profis führte er dabei als unrühmliches Beispiel an.

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Auch Klaus Eck griff eines der Buzzwords in seinem Vortrag wieder auf. Er erklärte, wie man mit digitaler Empathie Stakeholder erreichen kann. Dazu ist es wichtig, in Social Media auf den zwischenmenschlichen Dialog zu setzen, Gesicht zu zeigen und die digitale Angst zu besiegen. Unternehmen sollten dabei jedoch bedenken, dass sie online für das gemeinsame Verständnis mehr kommunizieren müssen. Mit der Frage „Schnitzel oder Blowjob?“ setzte Theresa Lachner die Überlegungen zum emotional Branding fort. Leander Wattig zeigte im Folgenden, dass persönliche Treffen trotz aller digitalen Vernetzung noch immer unschlagbar sind.

Was wir mitnehmen

Es gäbe noch so viel mehr über die Direttissima und die hervorragenden Vorträge zu berichten. Zum Beispiel, dass Bergsteigen und Business mehr gemeinsam haben als wir dachten (etwa doppelt so viel, um genau zu sein), wie man Genuss als Marke etabliert, warum Frauen unbedingt Coden lernen sollten, in welche Richtung es in Zukunft beim Thema Zusammenarbeit geht, warum München ein eigenes Coding-Cafe braucht, was wir gegen Plagiate unternehmen können und warum wir manchmal einfach etwas mutiger sein sollten. Die Direttissima lässt sich in keine Schublade stecken und gerade das macht ihren Charme aus.

Direttissima_OrgaCharme hatte auch die Location in der alten Kongresshalle, die man dank hervorragender Organisation gar nicht verfehlen konnte. Felix Wegener hat mit seinem Orga-Team, in dem auch meine Kollegin Insa fleißig mitgewerkelt hat, eine Menge Herzblut in die Vorbereitung gesteckt, was in vielen Details deutlich wurde.

Was bleibt? Wir freuen uns auf die #dico17! Es gibt doch eine Fortsetzung, oder? ¯\_(ツ )_/¯

Weitere Berichte von der Direttissima gibt’s hier:

 

Bildquellen: Direttissima, Marlene Körber