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Content-Marketing flasht! – So war die Campixx:Week Berlin

Die Campixx:Week in Berlin führt schon seit Jahren Internetjunkies, SEO-Geeks, aufstrebende Entrepreneure, Contentproducer uvm. zur Konferenz an den Müggelsee. Ich war dieses Jahr das erste Mal dabei und kann sagen: die Campixx:Week ist ein tolles Event, das nicht nur fachlich, sondern auch auf menschlicher Ebene überzeugt. 

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Insgesamt habe ich zwei Tage auf der Campixx verbracht, die beide sehr interessant und aufschlussreich waren. Donnerstags besuchte ich den „Content-In-Motion Day“ und am Freitag den „Content-Marketing Day“. Abgesehen vom unfassbar spaßigen und toll organisierten Rahmen- und Abendprogramm (Lagerfeuer, Telefonzellendisco, Rollstuhlparcour, Live Escape The Room Adventure uvm.), nahm ich bisher selten an einem Event teil, auf dessen Speaker-Programm ich mich durch die Bank weg so immens gefreut habe. Natürlich konnte ich bei über 50 Sessions leider nicht alle besuchen und tatsächlich waren auch nicht alle Vorträge immer zu 100% für mein Berufsfeld ein- oder umsetzbar. Aber aus jedem konnte ich irgendein Learning mit nach Hause nehmen und wenn es nur die Erkenntnis war, dass man mit sehr viel Durchhaltevermögen Großes erreichen kann.

Warum Persönlichkeit in der Content-Creation zählt

Auf dem Content-in-Motion Day ging es rund um die Themen Storytelling, Videoproduktion, -marketing und den Aufbau einer Zuschauerschaft.

Thore Schwemann von netspirits erzählte beispielsweise etwas über die Basics der Dramaturgie in Videoclips. Bei einem guten Videokonzept trifft Struktur auf Emotionen. Die Struktur hilft dabei die Inhalte des Videos gut zu verstehen, während die Emotionen dafür sorgen, dass sie auch nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Oft hilft es dabei auch bei Fragestellungen einfach mal um die Ecke zu denken. Findet man hier die richtige Balance, bilden Struktur und Emotionen einen besonders starken Inhalt. Gute Beispiele sind hierfür die #makeitcount Kampagne von Nike oder auch der „mint“ Imagefilm – eine App, die Ordnung ins Haushaltbudget bringt.

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Beeindruckend war auch der Vortrag von Reiseblogger Jannis Riebschläger (jannislife.de), der es mit seinen gerade mal 20 Jahren schaffte, seinen eigens produzierten no-budget Film in die großen Kinos Deutschlands zu bringen. Mit einem Budget von gerade mal ~3000 Euro, einer GoPro und seinem Smartphone drehte der Leverkusener den Film „Hyperborea„, der erzählt, wie er es schaffte per Anhalter bis zum Nordkap zu reisen. Weil er wusste, dass er sich technisch natürlich nicht mit den großen Hollywood-Produktionen messen könnte, stand sein USP sehr schnell fest: Persönlichkeit und Authentizität. Und das Konzept ging auf, Jannis Film wird nun in über 30 deutschen Kinos zu sehen sein, darunter auch viele CineStar-Theater.

Einen guten Überblick darüber, wie Erklärvideos heutzutage entstehen, gab Antal Vig von Say It Simple. Es war interessant zu sehen, welche einzelnen Schritte durchlaufen werden müssen, um ein in sich kongruentes Erklärvideo zu produzieren, das nicht nur überzeugt, sondern auch nachhaltig Wissen vermittelt.

Ivan Galileo (Youtube: VideoMarketerDE) gab mit Hilfe seiner Videomarketing-Uhr Einblicke in die Zusammenhänge von Videomarketing und Videoproduktion. Er sagte, dass Emotionen und vor allem Humor als Stilmittel sehr wirkungsvoll sind.

Wie es ein weiterer YouTuber schaffte, seinen Kanal in nur acht Monaten auf 20.000 Follower zu bringen, verriet Christian Machalett von Chrizzplay. Mit seinen Let’s Play-Videos (eine Art Online-Zuschauen beim Spielen von Videospielen) konnte er einen Bekanntheitssprung auf YouTube machen, den es in der Kürze der Zeit in Deutschland so bisher selten zu sehen gab. Um diese große Followerschaft mit regelmäßigem und hochwertigem Content zu versorgen, verriet er einige Tipps und Tricks, wie er seinen YouTube-Kanal aktuell hält und seinen Zuschauern größtmöglichen Service bietet. Besonders wichtig ist ihm hierbei die Kommunikation und Interaktion mit seinen Fans. Er ist sehr zufrieden mit sich, einer der wenigen YouTuber zu sein, die sowohl auf die Kommentare ihrer Fans eingehen als auch antworten.

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Content-Marketing und seine zahlreichen Facetten

Der Content-Marketing Tag begann für mich mit dem Vortrag von Florian Hieß (Mediacom) über Influencer Marketing. Er beseitigte viele Unklarheiten, die rund um Blogger-Relations herrschen, z.B. Fragen wie: Wie sollte die Ansprache sein? Muss man Blogger bezahlen oder nicht? Welche Alternativen gibt es zu Journalisten und Bloggern als Influencer? Besonders ans Herz legte er dabei die Seite Bloggerverarsche.de, auf der es sich eine Bloggerin zur Aufgabe gemacht hatte, einen Leitfaden zu veröffentlichen, wie Unternehmen und andere an einer Kooperation Interessierte auf Blogger zugehen sollten. Die Seite bietet, wie ich finde, eine teilweise vielleicht etwas sehr salopp formulierte, aber doch interessante Anleitung. Außerdem gab Florian Hieß einen kleinen Überblick, wie man letztendlich auch die Erfolgsmessung von Influencer-Kampagnen durchführen kann und welche Format-Alternativen es zu gewöhnlichen Blogposts gibt.

Miriam Helbig und Herbert Hohn von der INXMail GmbH hielten einen interessanten Vortrag über Native Ads im E-Mail-Marketing oder auch „Native Delivery“. Durch das Generieren von Adresslisten mit echter Profiltiefe, können Newsletter viel besser auf ihre Empfänger zugeschnitten werden. Dadurch bieten sie durch ihre Inhalte echten Mehrwert. Dabei ist subtile Werbung gut geeignet, um zum einen nicht aufdringlich zu sein und zum anderen viel Raum für individuelle Anpassung zu lassen. Das Ganze führt dann im Idealfall zu einer Mehrwertsteigerung sowohl für den Werbetreibenden als auch den Werbeempfänger. Helbig und Hohn betonten dabei, dass der Empfänger unbedingt zu einer Art V.I.P. werden muss, dem nur relevanter Content in angenehmem Kontext geboten wird.

Harten Tobak mit überaus aufschlussreichen und interessanten Einblicken in ein völlig anderes Content-Marketing-Feld bot Sascha Stoltenow von SCRIPT Communications. Er erläuterte mit in einem sehr wirkungsvollen Vortrag, mit welchem Geschick und fast schon künstlerischen Raffinesse der Islamische Staat über soziale Medien Content-Marketing betreibt. Ob es sich nun um Recruitingvideos handelt , eine Propaganda über eigene Sender oder Online-Magazine oder gar eigene Plattformen in Netz – es gibt fast keine Form der medialen Kommunikation, die der IS nicht für seine Zwecke ausübt und das dazu erfolgreich. Genauere Ausführungen zur von Sascha Stoltenow sogenannten „Storywars“-Thematik können Sie in seinem PR-Blogger Gastbeitrag lesen.

Im Vortrag über Seeding habe ich sehr viel neues gehört. Fionn Kientzler von Suxeedo gab Einblicke in die Geheimnisse des Seedings. Dabei erklärte er auch, wieso Frauen zum Beispiel erfolgreicher beim telefonischen Seeding sind als Männer oder warum häufig Italiener oder Spanier mehr Leads generieren. Er verriet außerdem einige Tipps und Tricks, wie sich über geschicktes Spreading Linkplatzierungen in Fachnischen erzielen lassen.

Abschließend gab Björn Tantau eine Anleitung in neun Schritten zur perfekten Facebook-Ad. Wichtig ist dabei vor allem hochwertige Inhalte zu produzieren, die genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sind. Dabei sollte man nicht vergessen auch die Resultate zu messen und die getrackten Ergebnisse auszuwerten und zu optimieren. Und den wichtigsten Schritt verriet er natürlich erst zum Schluss: Auf jeden Fall ein Fünkchen Magie hinzuzufügen.

Bilder: Sumago