buble arrow0

Vom Kunden her denken: Klaus Eck und Thomas Euler im Interview

Lange haben wir gewerkelt, gebrainstormt, diskutiert, vorbereitet und programmiert bis am 2. November d.Tales und die Eck Consulting GmbH gelauncht wurden. Warum Klaus Eck genau jetzt auf Content-Marketing setzt und welche Pläne Thomas Euler mit dem Beratungsgeschäft hat, berichten sie im Interview.

Web

Inwieweit unterscheiden sich d.Tales und die Eck Consulting GmbH von der vorherigen Eck Consulting Group? Wofür stehen die beiden Unternehmensbereiche?

Klaus Eck: Wir setzen mit der Trennung unserer Geschäftsfelder in einen Agenturpart namens d.Tales und ein reines Beratungsunternehmen auf mehr Transparenz. Dadurch machen wir deutlich, dass wir Ansprechpartner für viele digitale Themenfelder sind und diese nicht nur in der Theorie beherrschen. Besonders im vergangenen Jahr sind viele unserer Kunden an uns herangetreten und suchten einen Lösungspartner für das Content-Marketing. Darauf haben wir nun mit der Gründung unserer Content-Marketing-Agentur d.Tales reagiert.

Thomas Euler: Zudem war die Eck Consulting Group von Anfang an als Dachmarke ausgelegt, unter der wir verschiedene komplementäre Dienstleistungen im Spannungsfeld Digitalisierung, Marketing und Innovation anbieten können. Unser bisheriges Kerngeschäft, die Beratungsfelder, die sich unter den Begriffen Digital Transformation, Digital Strategy, Digital Organization & Leadership, Digital Business Models, Digital Marketing und Digital Intelligence zusammenfassen lassen, werden wir in der Eck Consulting GmbH weiterführen und ausbauen.

Unternehmensberatung und Agenturleistungen unter einem Dach sind eher ungewöhnlich – was sind die Beweggründe dafür, dass ihr Agentur und Beratung parallel anbietet? Warum wurde dieser Schritt genau jetzt umgesetzt?

KlausEck_d.tales_kleiner-213x300Klaus Eck: Ich kenne die Entwicklung der Online-Kommunikation der vergangenen Jahrzehnte sehr gut. Derzeit gibt es einen großen Bedarf an Orientierung in der Content-Strategie und im Content-Marketing. Mich hat es im vergangenen Jahr geärgert, dass viele klassische Agenturen versuchen, ihren Kunden mehr vom alten zu verkaufen, statt wirklich neue Produkte im Content-Marketing zu entwickeln und anzubieten.
Genau darauf setzen wir mit unserer Content-Marketing-Agentur d.Tales. Es macht überhaupt keinen Sinn, eine Art Content-Werbung als Content-Marketing auszugeben. Wer ehrlich zu seinen Kunden ist, muss diesen erklären, wie die neue Content-Welt tickt. Wir benötigen in unserer Aufmerksamkeitsökonomie nicht noch mehr schlechte Inhalte, die billig produziert werden, sondern Content-Stücke, die wirklich begeistern, sich vom Einerlei abheben. Content ist dann King, wenn wir ihn wertschätzen und bereit sind, für Unique Content Geld auszugeben. Nur wer auf Qualität setzt, kann sich von seinem Wettbewerb abheben und erfolgreich seine Kunden adressieren.

Wir werden in den kommenden Jahren große Umschichtungen der klassischen Werbebudgets in Richtung Content-Marketing und digitales Marketing erleben. Beide Disziplinen werden die Zukunft der Unternehmenskommunikation prägen, während die Akzeptanz von konventioneller Werbung rasant abnimmt.

Thomas Euler: Außerdem sollten viele unserer Beratungsprojekte schließlich in konkreten Umsetzungsaktivitäten münden. An diesem Punkt mussten wir jedoch häufig feststellen: Zwar erkennen viele Unternehmen die Notwendigkeit, selbst die notwendigen Strukturen und Mitarbeiter aufzubauen, die es braucht, um erfolgreiches Digitales und Content Marketing machen zu können, doch das ist meist ein langer Prozess.

Gleichzeitig schreiben sich aktuell zwar viele Agenturen die Themen Digital und Content auf die Fahnen, doch vielfach war es schwer, den richtigen Mix an Leistungen für unsere Kunden zu finden. Vielen Agenturen merkt man ihre Herkunft an: Corporate Publisher, die jetzt auch Content Marketing machen, beherrschen zwar redaktionelle Arbeit aus dem Effeff, ihnen fehlt aber vielfach das Digital-Know-how. Bei Digital-Marketing-Agenturen verhält es sich oft genau anders herum. Hinzu kommt – und das eint nahezu alle Agenturen, mit denen wir Kontakt hatten – dass ihr gesamtes Selbstverständnis und Geschäftsmodell darauf ausgelegt ist, möglichst umfassend sämtliche anfallenden Arbeiten für Kunden zu erledigen.

Was heißt das genau?

ThomasEuler_eckconsulting_kleiner-224x300Thomas Euler: Wir haben Konstellationen gesehen, in denen Agenturen 50 Personen für einen Kunden beschäftigt haben, während dieser selbst nur 10 Mitarbeiter im Marketing hatte. Das ist aus heutiger Sicht absurd. Als Marketing quasi Pseudonym mit Werbung verstanden wurde und Agenturen nichts weiter zu tun hatten, als Werbemittel zu produzieren, war Outsourcing in großen Teilen ein valider Weg. Das ändert sich gerade fundamental. Marketing ist heute Kernkompetenz vieler Top-Firmen.

Hinzu kommt, dass Marketing durch die Digitalisierung einerseits wesentlich präziser und wirkmächtiger geworden ist, andererseits auch ungleich komplexer. Wenn Unternehmen hier nicht intern die Strukturen und das Know-how aufbauen, um damit umzugehen, passieren zwei Dinge: Erstens sind sie in hohem Maße von der Kompetenz ihrer Agentur abhängig, können diese aber letztlich oft gar nicht beurteilen. Zweitens verpuffen viele der digitalen Potenziale ungenutzt. Daten sind hier ein gutes Beispiel. Wer Advertising, Analytics und am besten noch das Hosting seiner Websites auslagert – selbstredend an unterschiedliche Dienstleister – lässt hier eine Menge relevantes Wissen brach liegen. Das ist letztlich verbranntes Geld.

Also ist d.Tales keine klassische Agentur, sondern geprägt von der langjährigen Erfahrung der Eck Consulting Group.

Thomas Euler: Ja, denn mit d.Tales agieren wir bewusst anders als klassische Agenturen. Natürlich sind wir in gewissem Maße eine verlängerte Werkbank für unsere Kunden und setzen Themen von der Konzeption bis zur Realisierung um. Der Unterschied ist aber, dass wir uns gleichzeitig als Prozessbegleiter hin zu mehr Eigenständigkeit verstehen.

Dabei sagen wir nicht: „Bauen sie intern bloß keine Stellen auf, erhöhen sie doch einfach unser Budget!“, sondern unterstützen unsere Kunden sogar aktiv bei der internen Entwicklung. Ein Kunde von uns hat es einmal treffend formuliert, als er sagte, er wolle nicht an der Heroinspritze einer Agentur hängen. Genau diese Spritze wollen wir nicht sein, einfach weil es aus Sicht des Kunden nicht zielführend ist.

Natürlich könnte man nun unterstellen, dass wir mit diesem Mindset unser eigenes Geschäft kannibalisieren, aber dem würde ich widersprechen. Wir vertrauen auf unsere eigene Innovationskraft. Digitales Marketing ist ein derart dynamisches Umfeld, dass Kunden immer einen starken Partner brauchen werden. Nicht nur die Unternehmen brauchen den Willen zu und die Kompetenz in Veränderungsprozessen, auch die Agenturen. Das wissen wir und das können wir. Deshalb lassen wir gerne los, wenn Kunden Know-how aufgebaut haben, um uns dann den nächsten Themen widmen zu können.

Klaus Eck: Niemand benötigt eine weitere Social-Media-Agentur, davon gibt es bereits sehr viele. Wir wollen gar nicht dasselbe wie die anderen anbieten. Deshalb setzen wir auf klare messbare Mehrwerte, die uns von anderen Anbietern unterscheidet. Eine strategische Content-Analyse, Unique Content, Content Curation sowie gute Kenntnisse in den Influencer Relations unterscheiden uns von anderen, die aus der Welt der Digitalagenturen oder Corporate Publisher stammen.

Wir setzen nicht einfach auf mehr Content, sondern betrachten die bisherigen Content-Assets daraufhin, ob sie wirklich ihre Ziele erreichen. Manchmal ist die Reduktion auf das Wesentliche der sinnvollere Weg. Durch eine gute Content-Analyse und entsprechende Reportings wird das deutlich. Wir begleiten unsere Kunden so lange, wie es für diese wirklich sinnvoll ist.

Wie profitieren Kunden von der Neuausrichtung und was sagen sie zum Launch von d.Tales?

Klaus Eck: Die bisherige Resonanz auf unsere Veränderungen ist sehr positiv, weil viele verstehen, warum wir uns neu ausrichten. Wir können unsere Kunden durch die Neustruktuierung viel intensiver und direkter unterstützen als bisher. Wer ein konkretes Problem hat und sich eine schnelle praktische Lösung im Content-Marketing wünscht, der ist bei d.Tales richtig.

Wer sich zunächst eine tiefergehende Analyse der eigenen Unternehmensprozesse vorstellen kann, erhält von Eck Consulting eine entsprechende Hilfestellung. Vom Kunden her zu denken, das ist die Philosophie der Eck Consulting Group. Davon profitieren unsere Kunden. Denn wir reagieren flexibel auf deren Fragestellungen.

Unsere besondere Expertise besteht darin, den Content unserer Kunden zum Fliegen zu bringen. Denn wir verstehen Content wirklich. Das soll keine bloße Phrase sein, sondern wird im Alltag von uns gerne bewiesen. Was allerdings auch nicht heißt, dass wir jede Content-Idee viral machen können oder müssen.

Hierbei kommt es uns besonders auf die Entwicklung von KPIs und ein sauberes Content-Controlling an. Eine Betrachtung der erfolgreichen eigenen und fremden Inhalte zu einem Thema ist sehr hilfreich, um selbst exzellenten Content zu produzieren, der sich als Unique Content von dem digitalen Einheitsbrei abhebt. Ohne gute Konzepte für die richtige Content-Distribution funktionieren selbst großartige Inhalte noch nicht. Deshalb setzen wir bei d.Tales zudem gezielt auf Influencer Relations, Paid Media und Native Advertising.

Thomas Euler: Bisher haben wir kaum Implementierungsleistungen angeboten, insofern konnten unsere Kunden zwar von unserem Netzwerk profitieren oder wir unterstützten sie bei der Auswahl passender Dienstleister. Für den Kunden war das jedoch komplizierter als notwendig. Heute können wir von Strategie bis Implementierung alles im Firmenverbund anbieten.

Je nach digitalem Reifegrad und Anforderung des Kunden kann der Bedarf eher strategischer oder operativer Natur sein. Wer Rahmenbedingungen schaffen will, die das eigene Unternehmen zukunftsfähig und bereit für die digitale Welt aufstellen, findet mit Eck Consulting den richtigen Partner.

Wer hingegen an konkreter Umsetzung interessiert ist, wird bei d.Tales fündig. Dank unserer jahrelangen Erfahrung aus erster Hand wissen wir genau, was Kunden tatsächlich brauchen, wenn sie eine Digital und Content Marketing Agentur suchen. Diese Erfahrung ist natürlich in den Gründungsprozess von Beginn an eingeflossen.

Insofern stellt die Eck Consulting Group einen starken Partner für alle Unternehmen dar, die sich mit der Herausforderung Digitalisierung befassen, egal an welchem Punkt der Entwicklung sie sich gerade befinden.

dTales_EckConsulting

Wie sieht das Zusammenspiel der beiden Unternehmensteile im Kundenprojekt aus?

Thomas Euler: Uns war es sehr wichtig, dass wir unser Kerngeschäft, die Beratung, weiter unabhängig anbieten können. Spätestens dank der Finanzkrise hat jeder begriffen, dass ein Bankberater kein Berater sondern Vertriebler für Finanzprodukte ist. Und so verhält es sich, wenn wir ehrlich sind, letztlich auch in vielen anderen Bereichen: Der IBM-Berater wird Ihnen wohl kaum zu SAP raten. Und der Berater in einer Agentur ist im Endeffekt dafür zuständig, Lösungen zu empfehlen, an denen am Schluss die Agentur verdient. In so eine Situation wollen wir uns nicht bringen. Daher haben wir gesellschaftsrechtlich von vornherein Klarheit geschaffen und betreiben die Geschäftsfelder in eigenständigen Gesellschaften.

Klaus Eck: Es schadet nicht, sowohl als Unternehmensberatung wie Agentur Lösungen anzubieten. Auf diese Weise können wir auf unsere jeweiligen Leistungen verweisen, ohne diese zwangsweise erbringen und immer anbieten zu müssen. In der Vergangenheit sind wir oft gebeten worden, Projekte nicht nur in der Beratung zu definieren, sondern auch bei deren Realisierung zu unterstützen. Das haben wir oft gemacht, indem wir selbst dazu unseren Beitrag geleistet haben oder auf unsere Partner verwiesen haben.

Doch nun konzentriert sich Eck Consulting ganz auf die Unternehmensberatung, während der Agenturpart von d.Tales umgesetzt werden kann. Irgendwann war eine saubere Trennung fällig. Im Bereich Content-Marketing bot es sich konkret an, gesellschaftlich getrennte Wege zu gehen. Als Gesellschafter habe ich natürlich ein großes Interesse am Erfolg beider Unternehmen.

Bisher warst Du Senior Consultant in Klaus‘ Team – welche eigenen Impulse möchtest Du nun in der Beratung setzen?

Thomas Euler: Was uns im Markt sicherlich ein besonderes Standing verschafft, ist unsere ganzheitliche Perspektive auf das Thema Digitalisierung. Selbstverständlich kennen wir die technologische Entwicklung genau, und wissen, welche Implikationen sich daraus für Unternehmen ergeben. Doch das ist nur die eine Seite.

Aus über einem halben Jahrzehnt Projekterfahrung – mit Kunden von Mittelständlern bis Dax-Konzernen – wissen wir genau um die Schwierigkeiten, denen Organisationen auf ihrem Weg zum Digital Business begegnen. Hier nutzen wir unser Know-how rund um moderne Organisationsprinzipien und Leadership, um mit unseren Kunden wirklich funktionierende Lösungen zu entwickeln.

Das Ganze garnieren wir mit einem Mindset, das sich am besten als kunden- und marktorientierte Unternehmensführung beschreiben lässt. Sprich, wir glauben, dass moderne Organisationen den Kunden ins Zentrum ihrer Strategie rücken müssen, weil er – nicht zuletzt natürlich bedingt durch die Digitalisierung – heute eine „ungleich größere Verhandlungsmacht“ besitzt, um es mit Porters Worten zu sagen. Märkte, Unternehmen und Produkte sind so transparent wie nie zuvor. In vielen Häusern macht das im ersten Schritt ein Umdenken und im zweiten dann konsequentes, neues Handeln erforderlich.

Diese Kombination aus Erfahrung und Perspektive macht uns in meinen Augen zu einem ziemlich interessanten Partner für jedes Unternehmen, das sich mit der Herausforderung Digitalisierung befasst.

Verglichen mit den BCGs und Bains dieser Welt haben wir also einen deutlich klareren Fokus (natürlich, das muss man offen dazu sagen, auch unserer Größe geschuldet). Schon beim Recruiting achten wir daher darauf, Leute mit fundierter Digital-Expertise zu gewinnen, weshalb es bei uns nicht passieren wird, dass wir Kunden einen BWLer mit Schwerpunkt Marketing als IT-Experten verkaufen.

Außerdem legen wir einen großen Wert auf aktuelles Know-how und bieten unseren Beratern daher ein Umfeld, in dem wir kontinuierliche Fortbildung fördern. Das machen wir etwa indem wir, anders als andere Beratungen, die Zeit die jemand nicht auf Projekten ist, nicht negativ verbuchen, sondern im Gegenteil versuchen, jedem Kollegen pro Jahr einen Monat dieser Zeit explizit einzuräumen, damit er bzw. sie sich mit neuen, spannenden Themen auseinandersetzen kann.