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Salesforce World Tour: Was macht diese Marke so erfolgreich?

Die Salesforce World Tour in München demonstrierte Anfang Juli, dass Marketing und IT bei Salesforce nicht nur nebeneinander, sondern miteinander agieren. Leider ist das in vielen anderen Konzernen nicht so. Vielleicht lohnt es sich, einen näheren Blick auf die globale Marke Salesforce zu werfen.

Jeder hat wohl schon die eine oder andere langatmige Keynote gehört und dabei das Ende herbeigesehnt. Umso gespannter war ich auf die zweistündige Keynote von Marc Benioff – und ich war nicht die Einzige. Bereits beim Betreten der Halle war allerdings klar, dass uns hier kein simpler Vortrag, sondern Entertainment erwartet: Wer Kunden gewinnen will, muss eben bewegen.
Genau das tut Salesforce CEO Marc Benioff auch in seiner „Show“: Er demonstriert anhand ausgewählter Kunden und ihrer Projekte, wie sein Unternehmen arbeitet und was seine Produkte leisten können. Eine Mischung aus Videos, Interviews und Live-Gesprächspartnern haucht der Marke Leben ein und lässt den Zuschauer in die Salesforce-Welt eintauchen.


Eine aus deutscher Sicht zwar erst etwas gewöhnungsbedürftige, sehr „amerikanische“ und spätestens seit Steve Jobs bestens bekannte Darbietungsart, die aber über reine Selbstdarstellung hinausgeht und Wirkung zeigt: Salesforce lässt seine Kunden zu Wort kommen und erfolgreiche Projekte für sich sprechen. Das Ergebnis ist eine perfekte Inszenierung der Marke und ihrer Kunden, die die Frage aufwirft: Was steckt hinter dem Erfolg von Salesforce?

Schnelligkeit ist erfolgsentscheidend

Natürlich ist es nie ein einzelner, alleinstehender Grund, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Allerdings hat man bei Salesforce den Eindruck, dass „technologieorientiert“ hier nicht nur ein zeitgemäßes Schlagwort ist, sondern bereichsübergreifend verstanden und gelebt wird. Damit das so bleibt, investiert das Unternehmen in Analysen, Umfragen und Studien, deren Ergebnisse nicht nur für IT-Unternehmen interessant sind: Branchenübergreifend rät Philip Carter, IT Industry Analyst bei IDC, weiter auf Apps, Big Data und Schnelligkeit in der Entwicklung zu setzen.


Doch besonders die Schnelligkeit ist für viele deutsche Unternehmen ein schwerer, oft noch unvorstellbarer Schritt, denn er heißt: mutig sein, „unfertige“ Beta-Versionen veröffentlichen und Risiken eingehen. Die Angst vor Fehlern und vor dem Scheitern ist so groß, dass die meisten Entscheider noch davor zurückschrecken, diesen Weg zu beschreiten. Doch wer darüber nachdenkt, wird feststellen, dass ein außerhalb des Reagenzglases entwickeltes Produkt häufig nicht nur besser (weil in Zusammenarbeit mit den Kunden bzw. den Usern entwickelt) ist, sondern auch, dass es weniger schnell „veraltet“ ist und so Ressourcen für aufwändige Komplett-Relaunches geschont werden können. Der wichtigste Vorteil aber ist die Schnelligkeit: Nur wer schnell seine Idee entwickeln und der Öffentlichkeit präsentieren kann, ist der Konkurrenz einen Schritt voraus. Das Ziel heißt also „Trial-and-Error“ – oder: Nur wer wagt, gewinnt.

Die Externen von heute sind die Mitarbeiter von morgen

Doch datenbasiertes Weiterentwickeln anhand des Nutzerverhaltens ist nur eine Art, die geschlossene Entwicklungsumgebung zu verlassen. Eine andere ist, die globale Entwicklercommunity zu aktivieren und zu integrieren. Salesforce geht diesen Schritt nach außen und gibt sowohl Kunden als auch allen Interessierten die Möglichkeit, selbst zum Entwickler zu werden. Dafür können Erstere die sog. „Sandbox“, Letztere die „Coder Hall“ nutzen; Entwicklungsumgebungen, die eine vollumfängliche Kopie der Salesforce1-Plattform darstellen. Aktiv werden und eigene Apps erstellen und synchronisieren kann jeder, unabhängig von der persönlichen Programmiererfahrung, wie Peter Chittum und John Stevenson bei einer kleinen, von Salesforce organisierten, Blogger-Fragerunde erklärten. Auch ein Forum zum Austausch innerhalb der Community und einen „Marketplace“ zum Anbieten der eigenen App gibt es. Damit erweitert Salesforce sein eigenes Entwicklerteam und ist ganz nah dran an neuen Ideen.
Das galt auch für den „Wearables“-Hackathon in Berlin, bei dem Salesforce den Teilnehmern 48 Stunden Zeit gab, innovative Apps zu entwickeln. Das Resultat: viele spannende Ideen und die Gewinner-App, die per Check-In-Funktion und Notification ungenutzter Wartezeit ein Ende macht.


Doch das Unternehmen setzt nicht nur auf Entwickler, die schon wissen, was sie tun, sondern investiert auch in den Coder-Nachwuchs: Als Unterstützer der CoderDojo Foundation zeigt es, dass es auch bereit ist, nachhaltige Projekte ohne direkten ROI zu fördern.

Früh übt sich, wer ein guter Programmierer werden will. #CoderDojo #salesforcelive

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Gerade wegen der Schnelligkeit der IT-Branche ist das wohl die lohnendste Investition, um langfristig Erfolg zu haben, denn für diesen bedarf es guter Fachkräfte, die ihr Metier verstehen – egal, in welcher Abteilung sie arbeiten.

Was man von amerikanischen Unternehmen lernen kann

Als ich letzte Woche der Einladung von Salesforce in die Hallen der Messe München folgte, war ich zuerst noch unschlüssig, was ich von dem Tag mitnehmen würde. Rückblickend aber waren es spannende Einblicke in ein globales Unternehmen, die zeigen, wie wichtig eine verständnisvolle Kooperation auf Augenhöhe sowohl außerhalb als auch innerhalb eines Unternehmens ist.
An dieser Stelle möchte ich noch meinen Dank an Meike Leopold und das ganze Team für die gute Organisation des schönen Blogger-Events aussprechen.

Da die Salesforce World Tour aber natürlich noch mehr zu bieten hatte und jeder Besucher eigene Eindrücke mitnimmt und weitergibt, möchte ich auf die bereits erschienen Beiträge der anderen Blogger hinweisen, die zusammen mit mir live dabei sein durften:

Titelbild: Salesforce