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Digitale Transformation wird diskutiert und gelebt auf der #nextcc15

DAS bestimmende Thema der letzten Monate in den sozialen Netzwerken und auf Fachveranstaltungen war und ist die digitale Transformation von Unternehmen.  Eine der Hauptherausforderungen vor diesem Hintergrund ist sicher nicht nur die bloße Übertragung von Analogem in Digitales, sondern auch die sinnvolle Verknüpfung von online und offline, sodass diese scheinbar so unterschiedlichen Welten nicht nur koexistieren oder gar einander ablösen, sondern dass neuer Nutzen aus der Symbiose von online und offline entsteht.

Was hier scheinbar so philosophisch daherkommt, ist eigentlich ganz einfach und anschaulich erklärt. Denn nicht selten hörte man Sätze wie „Ach, schön, dass wir uns auch mal offline kennenlernen“ oder „nein, bisher kannten wir uns nur über Twitter“ als am 26./27.03. einige Online Kommunikatoren und Marketiers zur Next Corporate Communication – kurz Nextcc – in Böblingen zusammenkamen. Wer sich digital schon kennt und vernetzt hat, freut sich dennoch immer wieder die Leute auch einmal live kennenzulernen und „ein Gesicht zum Twitteraccount zu haben“.

Auch wenn es nur ein schneller gemeinsamer Kaffeeplausch zwischen zwei Workshop-Einheiten ist, die emotionale Verknüpfung ist dennoch stärker als beim recht anonymen Drücken des „Folgen“-Buttons auf Twitter. So profitiert der digitale Kontakt (insofern er vorher schon bestand) also durch das Erlebnis in der offline-Welt.

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Das digitale Engagement erlebbar machen

Genau von diesem Phänomen möchten auch die Unternehmen mit ihren digitalen Auftritten profitieren und wollen daher ihr online Engagement zunehmend auch offline erlebbar machen. Dass dies Unternehmen aktuell umtreibt, wurde auch in den Vorträgen und Workshops der Nextcc in diesem Jahr deutlich.

Schon bei der Auftakt-Keynote von Michael Schmidtke von Robert Bosch zum Thema „From Storytelling to Storydoing“ wurde klar, dass dieses Thema eines der Kernthemen der Konferenz sein würde. Bei Robert Bosch hatte man 2014 sogar das komplette Jahr der Verknüpfung von online und offline gewidmet. Von verhältnismäßig unaufwändigen User Generated Content-Aktionen wie #lovemyfridge hin zu großen und organisationsintensiven Kampagnen wie #ExperienceBosch – die Message ist immer die gleiche: Wir erzählen euch online nicht nur irgendwelche Geschichten, ihr könnt auch Offline live dabei sein, wie diese Geschichten geschrieben werden.

Auch Robert Seeger appelierte in seiner unterhaltsamen Keynote am ersten Konferenztag an Unternehmen, dass sie sowohl Online-Trends wie #theDress als auch Events aus dem Hier und Jetzt wie große Sportereignisse monitoren müssen, um darauf in Echtzeit und wenn möglich kreativ zu reagieren. Nur das rettet sie vor „Borporate Content“ also Content aus dem Unternehmen, der langweilig ist und den leider noch viel zu viele Unternehmen regelmäßig absetzen. 

Aber nicht nur für die Kommunikation mit dem Endkunden spielt die Verknüpfung von online und offline eine wichtige Rolle. Die Präsentation des Projekts #telekomwall  zeigte deutlich, dass auch um das interne Verständnis für das digitale Engagement eines Unternehmens zu stärken, das Sichtbarmachen ein entscheidender Erfolgsfaktor sein kann. Mittlerweile gibt es daher in den Telekomgebäuden 12 Socialwalls, auf denen man auch beim Warten auf den Kaffee an der Barista-Bar zum Beispiel einen Einblick bekommt, was über die Telekom so getwittert wird. Das soll natürlich auch zum Mitreden aktivieren.

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Online wird offline erlebbar – offline wird online sichtbar

Umgekehrt wurden natürlich auch die offline Aktivitäten der Konferenz per Twitter in die Digitalwelt übertragen und per Socialwall in der Eventlocation sichtbar gemacht. Dies ist, zumindest für Digital-Events, aber schon lange keine neue Errungenschaft mehr.  

Das eine kann ohne das andere also nicht. Auch Achim Himmelreich vom BVDW erklärte bei seiner Keynote am zweiten Konferenztag, dass sich trotz digitaler Transformation „pure online“ in den wenigsten Bereichen durchsetzen werde. Die ganze Thematik rund um das Internet of Things ist ein weiteres Indiz dafür, dass wir über Gadgets unser offline Verhalten in die Onlinewelt übertragen und umgekehrt.

Der Kunde wird im Sinne einer „Seamless Customer Journey“ immer stärker zwischen den Welten hin und her springen. Daher bringt es nichts das eine oder das andere zu verteufeln, sondern Unternehmen müssen sich auf beides einstellen und einen guten Weg finden, dem Kunden einen möglichst reibungslose Markenerfahrung sowohl online als auch offline zu gewähren.

Dass immer mehr Unternehmen hier auf dem richtigen Weg sind oder zumindest die richtigen Dinge beginnen zu diskutieren, hat die #nextcc15 definitiv gezeigt. Ich persönlich fand es schön einmal mehr online und offline zu verknüpfen und tolle Gespräche zu führen. Trotz oder gerade weil die Veranstaltung zu den eher kleinen Kreisen der Branche gehört, haben sich aus den Vorträgen und Workshops einige interessante Diskussionen abgeleitet. Die Teilnahme an der Nextcc16 kann ich deshalb sehr empfehlen.

Auf der Suche nach Normalität & Autorität from Robert Seeger

>> SMI – Social Media Institute:  Review der NextCC 2015 – Unternehmen müssen sich digitalisieren!