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Re-Start im Management: mit sieben Schlüsselaufgaben die Zukunft erreichen

Unternehmen können die Zukunft nur dann erreichen, wenn sie die Intelligenz, die Kreativität und die volle Schaffenskraft von Toptalenten für sich gewinnen. Denn der Markt ist gnadenlos. Und die Kunden kennen kein Pardon. Der Wandel von einer klassischen Pyramidenorganisation zum Netzwerkunternehmen muss nun im Eiltempo klappen. Sieben Schlüsselaufgaben und das interne Touchpoint Management führen dabei zum Ziel.

Etwas Großes ist im Gange. Es wird ein neues Spiel gespielt. Wir stecken mitten drin im größten Change-Prozess aller Zeiten. Ein paradigmatischer Wandel der Lebens-, Kauf- und Arbeitsstile ist unübersehbar. Digital transformiert treiben junge Startups und mutige Anbieter mit frischen Ideen den Markt in einem atemberaubenden Tempo voran. Aus der „Weisheit der Vielen“ (James Surowiecki) ist eine „Macht der Vielen“ und aus der „Weisheit der Freunde“ (Dan Rose) eine weltumspannende „Macht der Freunde“ geworden.

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Was das bedeutet? Heute entscheiden vor allem die eigenen Kunden darüber, ob neue Kunden kommen und kaufen. Und die eigenen Mitarbeiter entscheiden maßgeblich mit, wer die besten Talente gewinnt. Kein einziges Unternehmen kommt an dieser Konstellation mehr vorbei. Passende interne Rahmenbedingungen und eine auf diesen Wandel ausgerichtete Führungskultur sind unausweichlich, damit es gelingt, die Zukunft erreichen zu können.

Managementstrukturen wie aus dem letzten Jahrhundert

Aber ein Blick in nahezu jedes klassische Unternehmen macht klar: Während sich draußen alles unumkehrbar verändert, vertrödeln drinnen in den Unternehmen die Manager mit verbrauchten Ritualen aus dem letzten Jahrhundert wertvolle Zeit. Topdown-Formationen, Hierarchiegehabe, Silodenke, Insellösungen, Abteilungsegoismen, Budgetierungsexzesse, Anweisungskultur, Kontrollwahn und Kennzahlenmanie sind nur einige Stichworte von vielen.
All dies, ein antiquiertes Führungsverständnis mit schwerfälligen Entscheidungsprozessen und der kundenfeindliche Standardisierungswahn sind die größten Bremsklötze auf dem Weg in eine neue Business- und Arbeitswelt. Die Unternehmen sind in ihren eigenen Systemen gefangen. Und sie werden nicht am Markt, sondern an ihren Strukturen scheitern. Deshalb sind Innovationen zunächst drinnen, im firmeninternen Zusammenspiel, dringendst vonnöten. Denn mit Werkzeugen von vorvorgestern ist die Zukunft nun mal nicht zu packen.

Die Welt wird nicht nur digitaler – sondern auch sozialer

Nicht der Shareholder-Value, sondern die Kundenwünsche steuern heute die Unternehmen. Vernetzung und Kollaboration sind von nun an die Keywords zum Ziel. Die meist webbasierte „Share-Economy“ wird das ohnehin dürftiger werdende Wachstum auf ganz neue Weise bedrohen. Der Selbermachen-Trend, der durch die aufkommenden 3D-Drucker begünstigt wird, wird völlig neue Geschäftsmodelle kreieren. Und die „Digital Natives“ sind ihre Protagonisten.

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Bei all dem rücken die Menschen näher zusammen, die Solidarität wächst. Der Ton wird informeller, die Kommunikation direkter. Statt “Haben” spielt “Sein” eine größere Rolle. Eine Entwicklung vom “Ich” zum “Wir” zeichnet sich ab. Ein riesiger Demokratisierungsprozess ist die Folge. Diese Zeitenwende betrifft nicht nur den Einzelnen als Mitglied einer Gemeinschaft und die Gesellschaft als Ganzes. Sie betrifft auch das Innenleben einer Organisation.

Reputation: ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmenswerts

Bei der Entscheidungsfindung lassen sich Kunden zunehmend von Ihresgleichen leiten. Von unersättlichen Konsumenten wandeln sie sich zu verantwortungsvollen Weltenbürgern. In diesem neuen Szenario werden “weiche Faktoren”, die sich in der Reputation eines Unternehmens manifestieren, von ausschlaggebender Bedeutung sein. Und die Reputation selbst wird zu einem wesentlichen Bestandteil des Unternehmenswerts.

Doch Reputation kann – im Gegensatz zum Image – nicht einseitig von den Anbietern gesteuert werden. Denn Reputation entsteht nicht durch das, was man selbst über sich sagt, sondern durch das, was Dritte denken und sagen. Kontrolle findet nun öffentlich statt. Wo ein Empörungswille ist, schlägt dieser schnell Wellen. Unternehmenslügen werden ruckzuck in Shitstorms verwandelt. Und das Böse wird zunehmend aussortiert.

Re-Start: So werden Unternehmen fit für die Zukunft

#schueller_touchpoint-unternehmen (Page 1)Noch vor technologischen und produktbasierten Innovationen sind jetzt zuallererst Management-Innovationen gefragt. Ein zaghaftes Auffrischen von Bestehendem reicht dabei nicht aus. Vieles muss einer schöpferischen Unruhe und manches einer schöpferischen Zerstörung (Joseph Schumpeter) preisgegeben werden, um sich für den Wettbewerb der Zukunft zu rüsten. Sieben Schlüsselaufgaben sind dabei in Angriff zu nehmen:

• Schwarmintelligenz integrieren
• Kollaborative Strukturen implementieren
• Gefühlte Hierarchien reduzieren
• Regelwerke dezimieren
• Silodenke demontieren
• Sich digital transformieren
• Den Kundenfokus forcieren

Wie diese Aufgaben im Einzelnen neu zu gestalten sind, davon werden die folgenden Beiträge handeln. Weitermachen wie bisher ist jedenfalls keine Option. Ein Re-Start ist dran. Nur zu. Die Spielregeln werden nie mehr die alten sein.

 

Bildrechte: businessman hand working with new modern computer and business strategy as concept (shutterstock), Anne M. Schüller

  • Stefank Kneiz

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Der
    Managementbegriff ist sehr vielfältig. Als Oberbegriff bezeichnet dieser die
    Funktion der Unternehmensleitung. Aus diesem Grund ist hierfür oftmals auch der
    Begriff der Unternehmenssteuerung anzutreffen. Auf der anderen Seite kann die
    Unternehmensführung in einzelne Teilbereiche untergliedert werden. Hier gibt es
    eine ganze Reihe von möglichen Untergliederungen. Die Managementbereiche sind
    von der Größe sowie der Organisation eines Unternehmens abhängig, wobei sich
    die Organisation bereits aus dem Bereich des Organisationsmanagements /
    Unternehmensführung ergibt. Eine gezielte Einteilung und Steuerung der
    Managementbereiche ist maßgeblich für den Erfolg einer Unternehmung. Das
    Managementverständnis stellt den Grundbaustein einer erfolgreichen
    Unternehmenszukunft
    , dar.