buble arrow0

Enterprise 2.0 und Social Business in der Öffentlichkeit

Ob sich ein Besuch auf der CeBIT lohnt, hängt ganz von den persönlichen Bedürfnissen ab. Als ich vor zwei Wochen eine Anfrage von Kongress Media erhalten habe, ob ich nicht Lust und Zeit hätte, ein Panel auf der Webciety Konferenz zu moderieren, habe ich mich gefreut. Denn ich wusste, dass Enterprise 2.0 und Social Business auf der CeBIT inzwischen einen großen Stellenwert erhalten hat.

Webciety goes Shareconomy

Der Name Webciety verrät schon einen Großteil der Themen- und Arbeitswelt dieser Konferenz. „Die Webciety ist eine einmalige Plattform mit Ausstellung, Konferenz und Lounge, die neuesten Trends und Lösungen für business-orientierte Webanwendungen, erfolgreiche Internetauftritte und internetbasierte Geschäftsmodelle diskutiert und präsentiert werden.“ Treffender als die Selbstdefinition kann es nicht beschrieben werden. Die 2013 Edition der Webciety befasste sich mit dem besonderen Fokus der Shareconomy. Ein Verhalten, eine Einstellung und eine Art der Arbeit, die sich aus der Philosophie des Social Webs ableitet: Teilen und gemeinsame Kreation.

Im Namen von Social Business und Enterprise 2.0

Für mich ist es mittlerweile das sechste Jahr, in dem Enterprise 2.0 und Social Business arbeitsbestimmende und leidenschaftliche Themen sind. Und genauso kann man auch den 7. März auf der CeBIT beschreiben: Ein intensiver Tag rund um Social Business, Enterprise 2.0 und Social Intranet. Allein die Themenvielfalt aus dem Bereich von Enterprise 2.0 hat mein Herz höher schlagen lassen.

Die Zukunft des digitalen Arbeitsplatzes

Das wohl wichtigste Panel am Donnerstag, den 07. März 2013 war: Die Zukunft des digitalen Arbeitsplatzes (ab Minute 61:59) mit Björn Negelmann (Kongress Media), Dion Hinchcliffe [Impulsvortrag] (Dachis Group), Stephan Grabmeier (Deutsche Telekom), Kai Fitzner (Netmedia, Thomas Christnick (christinck.de), René Sternberg (Universität Magdeburg), Cordelia Krooß (BASF), Dr. Frank Schönefeld (T-Systems MMS), Dirk Röhrborn (Communardo), Klaus-Peter Fett (Google Enterprise) und Thomas Landgraf (Microsoft).  Gestützt auf einer Thesenpräsentation wurden zwischen den Teilnehmern der aktuelle Stand, die internationale Positionierung von deutschen Initiativen und die kommenden Herausforderungen lebhaft diskutiert. Dabei kamen wichtige und wegweisende Erkenntnispunkte aus den unterschiedlichen Prozessumsetzungen zusammen:

  • Zeit und Geduld sind wichtige Tugenden im dynamischen und andauernden Prozess der Enterprise 2.0 bzw. Social Business Umsetzung: „aktives Warten/Abwarten“
  • Der Prozess zur Umsetzung und Realisierung von Enterprise 2.0 ist eine evolutionärer Prozess
  • Botschafter und Ambassadors sind äußerst wichtige Kommunikatoren und Promotoren für die Umsetzung
  • Die Spannungsfelder zwischen Mensch, Technik und Business müssen aufgezeigt und gelöst werden
  • Eine treibender Umsetzung- und Adaptionsfaktor ist die Begehrlichkeit: „Wenn wir es schaffen das Shopping-Erlebnis von Amazon auf den Beschaffungsprozess im Unternehmen zu übertragen, dann haben wir eine       wichtigen Schritt gemacht.“
  • Die Technik ist ein Tool aber nicht der Hauptfokus bei der Umsetzung
  • Einfachheit, Zugänglichkeit und Attraktivität sind wichtige Voraussetzungen für den Anwender
  • Der Anwender steht im Mittelpunkt
  • Reduktion der Anwendungsmöglichkeiten in der Software auf das Wesentliche mit der Option zur Erweiterung (Apps, Add-Ins, etc.)
  • Keine On Top Belastung, sondern einer ersetzende Entlastung
  • Kein Push mehr Pull
  • Mut zu einer Fehlerkultur

Entwicklungen zum Social Intranet

Sehr spannend und umfassend waren die Diskussionen zu den Entwicklungen des Intranets (ab Minute 269:00)und die Möglichkeiten sich zu einem Social Intranet zu entwickeln. Zum Grundimage waren sich die Teilnehmer Sebastian Thielke (Eck Kommunikation), Tim Miksa (Geschäftsführer Netmedia), Lars Onasch (Opentext Software), Jens Hoppe (Contens), Adrian Rössler (Podio) und Felix Escribano (Senior Berater, Kuhn, Kammann & Kuhn) waren sehr einig. Das Intranet ist zu statisch, zu komplex und eine reine Informationsplattform ist. Besonders im Bereich des Content Management und der sozialen Interaktion sind die zum Teil äußerst alten Umsetzungen nicht mehr zeitgemäß. Hier muss ein Umdenken und Umbauen ansetzen, dass dem ansonsten sehr wichtigen Werkzeug im Unternehmen mehr Leichtigkeit, Flexibilität und vor allem Kommunikation verschafft:

-          Von statisch hin zu kommunikativ und sozial

-          Von komplex hin zu einfach, zugänglich und verständlich

-          Von übertriebener Kontrolle hin zur Offenheit und Vertrauen

Intranets sind technische Tools im großen Werkzeugkasten von Enterprise 2.0

Auch wenn die Betonung mir mittlerweile redundant und eintönig erscheint, so ist sie dennoch entscheiden für die Umsetzung: Intranet, Social Intranet und jedwede Softwarelösung sind technische Tools, die zwar visuell und erfahrungstechnisch im Vordergrund stehen, jedoch nur einen kleinen Teil im gesamten Enterprise 2.0 Prozess sind.  Kultureller Wandel in einem angepassten Zeitrahmen, die Beteiligung wichtiger Stakeholder und das klare Statement des Unternehmens zum Wandel bedeuten für eine Enterprise 2.0 Umsetzung wesentlich mehr. Eine gute, einfache und zugängliche Software kann den Prozess positiv beeinflussen, sie sind jedoch nicht systemimmanent.

Mein Fazit 2013

Die Webciety und die CeBIT sind intensive und innovative Erlebniswelten. Ebenso wie meine tägliche Welt im Umgang mit Social Business und Enterprise 2.0 intensiv, mitreißend und spannend. Diese Erfahrungen sind die Treiber, die meine Motivation und Leidenschaft befeuern.

Wie haben Sie die Webciety und die CeBIT erlebt? Was hat Ihnen besonders gefallen? War die CeBIT dieses Jahr mit ihrem Konzept attraktiver?

>> Teil 1: Social Media im Unternehmen: Die falsche Angst vor dem Enterprise 2.0

>> Teil 2: Social Media im Unternehmen: 5 strategische Punkte in der Pionierphase

>> Teil 3: Social Media im Unternehmen: Erfolgsfaktor Mensch im Enterprise 2.0 Projekt

>> Teil 4: Warum Enterprise 2.0 nicht nur auf Technik setzen sollte

Bilder: Sebastian Thielke CeBIT/Webciety; BIGSTOCK, Ebusiness-Concept; CeBIT messe_20130312-164447