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Der Einfluss von Praktikanten auf Employer Branding

Bewertungen SterneDie Seite meinPraktikum.de hat laufenden Zuwachs. Waren es im Februar letzten Jahres noch 1.400 Bewertungen von 1.000 Unternehmen so sind es mittlerweile bereits 7.200 Bewertungen von 4.621 Unternehmen. Damit hat sich der Umfang innerhalb eines Jahres mehr als vervierfacht.

Die Seite zur Bewertung von Praktika entspricht damit dem Trend, der bereits auch kununus Erfolg antreibt: Mitarbeiter und Praktikanten der Generation xy wollen sich heutzutage aktiv mit eigenen und fremden Erfahrungen auseinandersetzen, damit sie ihre Zeit im Arbeitsleben sinnvoll einsetzen.

Auf diesen Wertewandel und den zunehmenden Kampf um Talente reagieren bereits mehr und mehr Unternehmen und stellen sich offen, modern und transparent im Internet vor. Employer Branding, der Aufbau einer guten Marke als Arbeitgeber, ist dazu eine der Maßnahmen, die immer wichtiger wird. Beim Aufbau der Arbeitgebermarke  kann die 70-20-10-Regel (Podcast) als Leitfaden dienen.

Transparenz und best practice

Die Seite meinPraktikum  ist übersichtlich gestaltet und bietet neben den Bewertungen auch offene Stellen und Tipps zur professionellen Bewerbung. Die Suche erlaubt es, nach Unternehmen, Regionen oder Branchen zu sortieren.Kooperation

MeinPraktikum.de vermittelt auch Transparenz in eigener Sache. Es gibt Links zu Presseartikeln, das Team stellt sich vor und informiert über das Portal. Zusätzlich sind Testimonials veröffentlicht, wie z.B. das von der Bundesministerin Ursula von der Leyen, die sich positiv für die Idee einer solchen Seite ausspricht, wie auch Vertreter aus Wissenschaft und Personalberatung.

MeinPraktikum.de erfährt zudem Unterstützung von Partnerunternehmen. Für eine Jahresgebühr schaffen sie sich eine zusätzliche Möglichkeit, ihr Unternehmen im Netz zu präsentieren. Dafür können sie Unternehmenskennzahlen, Aufgabenbiete, Bilder und Leitideen veröffentlichen und für sich werben. Auch einzelne Praktikanten können sich persönlich vorstellen und über das Unternehmen berichten.

TransparenzSo wie meinPraktikum setzen auch die dort präsenten Unternehmen auf Transparenz. In der Transparenz-Studie von 2011 wird ein signifikanter Zusammenhang zwischen Transparenz eines Unternehmens und Sympathie für dieses festgestellt, d.h. je transparenter ein Unternehmen wahrgenommen wird, desto sympathischer wirkt es.

Transparenz führt demnach zu Vertrauen, beeinflusst ein gutes Image und steigert die Loyalität. Das gilt sowohl für Customer Relations als auch für das Employer Branding. Wenn ein Unternehmen sich daher offen und unterstützend als Arbeitgeber präsentiert, bei dem auch Praktikanten schon interessante Aufgaben gestellt bekommen, und in Teams vorbildlich eingebunden werden, so ist es nur vernünftig, wenn Unternehmen ein öffentliches Feedback unterstützen. Davon profitiert die Arbeitgeber-Marke.

Reputationsmanagement

Bewegen sich die Unternehmen nicht auf dünnem Eis, falls es schlechte Bewertungen geben sollte? Wirklich schlechte Bewertungen sind sehr selten. Das verhindern ein festes Regelwerk und Netiquette. Das überprüft meinPrakikum, und Unternehmen haben dadurch so etwas wie einen externen Dienstleister.Würfel

Das Risiko wird dadurch gestreut, dass sechs Kategorien mit jeweils vier Fragen bewertet werden müssen, aus denen sich das Mittelmaß errechnet. Besonders negatives Feedback ist nur möglich, wenn alle Kategorien schlecht bewertet werden. Sollte dieses einmal der Fall sein, sind Objektivität und Glaubwürdigkeit einer solchen Bewertung eher fragwürdig.

Das Monitoring wird durch zentralisiertes Feedback einfacher als in verschiedenen Foren. Ein standardisierter Bewertungsbogen gewährleistet Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten trotz subjektiver Bewertungen.

Personen greifen eher auf Empfehlungen von Freunden oder unabhängigen Personen zurück. Bei meinPraktikum herrscht zwar Anonymität, aber das Portal ist nicht an ein Unternehmen gebunden. Dadurch strahlt es Neutralität und Glaubwürdigkeit aus.

MeinPraktikum zum Employer Branding nutzen

Unternehmen können von Seiten wie meinPrakikum.de profitieren. Es ist kein Allheilmittel, kann jedoch als Ergänzung zu Unternehmensblogs und anderen Maßnahmen kostengünstig, einfach und effektiv eingesetzt werden. Zumindest solange diese sich darum bemühen, auch gute Praktika anzubieten.

Große, anonymere Unternehmen erreichen damit eine persönlichere, weniger anonymisierte Darstellung, während kleinere und unbekanntere Unternehmen eine Chance haben, auf sich aufmerksam zu machen und im Vergleich mit den Großen zu punkten. Denn es sind vor allem die “ „Kleineren“, die von ihren Mitarbeitern als transparenter in der internen und externen Kommunikation  wahrgenommen werden und damit besonders attraktiv sind.

Klaus Ecks Prognose ist es, dass in Zukunft „immer mehr Bewerber einen Blick auf Unternehmensbewertungen werfen“ werden (280). Die zunehmende Thematisierung eigener Erfahrungen und Wünsche wird durch die Interaktion in sozialen Netzwerken und Bewertungsportalen angetrieben.

Die Seite meinPraktikum erschließt den Markt der angehenden Young Professionals und ist damit als ein weiteres Standbein des Employer Brandings empfehlenswert.

Ich würde mich freuen, wenn Sie das Thema mit mir diskutieren würden. Sehen Sie die Darstellung gerechtfertigt? Sehen Sie wesentliche Punkte ausgelassen oder zu unkritisch dargestellt?

Bildquellen:

freedigitalphotos.net – (digitalart: Abstract Stars), (Stuart Miles: Business Men great each other by Shaking Hands),  (jscreationzs: Number Dices) und (89studio: Yes No Tick Box)

aboutpixel.de – (Bernd Boscolo: Transparenz)

  • Susanna

    Um Praktikanten ein positiveres Bild vom Unternehmen zu geben, eignet sich auch eine unternehmenseigene Praktikanten-Community (http://bit.ly/xOWyD5). Dort können sich die Praktikanten eines Unternehmens vernetzen, austauschen und auch nach dem Praktikum in Kontakt bleiben. Das Unternehmen kann die Praktikanten mit interessanten Infos versorgen und sie bei Bedarf auch erneut anwerben oder für eine Festanstellung rekrutieren.

    • http://www.facebook.com/profile.php?id=730557560 Jana Beuter

      Liebe Susanna,
      das ist ein interessanter Hinweis. Vielen Dank! 
      Es ist schön zu sehen, dass die Unternehmen ein Interesse für langfristige Bindungen mit Praktikanten zeigen. Ich finde, dass das eine tolle Idee ist – und einen Mehrwert für beide Seiten bietet!
      Häufig ist es leider aber immer noch verbreitet, dass der Kontakt Unternehmen-Praktikant nach dem Praktikumsende abbricht. 
      Aber, wie ich sehe, wird sich das hoffentlich mehr und mehr ändern! 
      Herzliche Grüße!

  • Pingback: Personalmarketing-Blog Sebastian Manhart | Lesestoff 11 & 12/2012()

  • INIFA

    In der Schulzeit und/ oder im Studium, freiwillig oder unfreiwillig: Es gehört heute einfach dazu ein Praktikum durchzuführen. Der jenige der heute die Schulbank drückt oder sich im Studium befindet, der wird früher oder später ein bis mehrere
    Praktika durchlaufen.