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Catharina Wilhelm: 4. Social Media Management by DeutschlandCard

Wer seine Anonymität bewahren will, sollte nicht Social Media Manager werden. Diese sind in der Öffentlichkeit unterwegs und müssen auch Stellung beziehen. Darüber hinaus  können Social Media Manager nicht unbedingt am Wochenende eine Auszeit nehmen, sie müssen damit rechnen, dass sie auch dann gefragt sind, meint Catharina Wilhelm, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DeutschlandCard, im PR-Blogger Interview. Sie ist selbst sehr aktiv in Social Media.  Auf Twitter und Facebook ist DeutschlandCard vertreten.

1. Sie twittern und networken für DeutschlandCard sehr intensiv, warum eigentlich? Was bringt das Social Media Management Ihrem Unternehmen?

Social Media bedeutet für uns, zuhören zu dürfen und die Chance zu haben, von unseren Stakeholdern gehört zu werden. Dialog ist die Quintessenz von Social Media– und Dialog ist für mich ein wesentliches Kennzeichen für ein zeitgemäßes und transparentes Unternehmen. Als Sender kann ich das überaus facettenreiche Angebot der DeutschlandCard für die unterschiedlichen Zielgruppen abbilden und somit die Vielfalt des Partner-Portfolios verdeutlichen und manchmal auch erlebbar machen. Als Empfänger schätze ich die Social Media Kanäle insbesondere als Monitoring-Tool: Nirgendwo sonst erfährt ein Unternehmen bzw. eine Marke so direkt und zeitnah, wo die Bedürfnisse der Zielgruppen liegen, was gut ankommt, wo auch mal der Schuh drückt und welche Anregungen es gibt.

2. Welche ersten persönlichen Erfahrungen haben Sie mit Social Media gemacht?

Meine Erfahrungen sind durchwegs positiv: Ich lerne täglich dazu – für mein Unternehmen, für meine Arbeit und für mich ganz persönlich. Ich komme auf eine völlig neue und recht unkomplizierte Weise in Kontakt mit spannenden Menschen, erfahre von ihren Themen, erhalte zumeist unmittelbaren Zugang zu Informationen und Nachrichten aus 1. und 2. Hand sowie rasch Antworten auf Fragen, die ich bei Facebook oder Twitter stelle. Es ist für mich immer wieder spannend, bei Veranstaltungen die Menschen hinter den Twitter- oder Facebook-Avataren kennenzulernen, ihre Themen dann auch ausführlicher zu diskutieren, gemeinsame Projekte auf die Beine zu stellen und zu realisieren. So kann sich Networking wirklich gut entwickeln.

Eine meine persönlich wertvollsten Erfahrungen ist verbunden mit einer Charity-Aktion, die ich gemeinsam mit ein paar weiteren Xing-Kontakten 2007 als „Adventsmen – Männer für den guten Zweck“  (später dann „Adventsmenschen“) entwickelte und umsetzte. Das Prinzip ist einfach: in einem virtuellen Adventskalender stellt sich täglich jemand mit einem Angebot wie z.B. Kochkurs, Skitraining oder Stadtführung einer Auktion. Der Meistbietende erhält den Zuschlag, spendet die Auktionssumme an die ausgewählte Hilfsorganisation und kann zum Dank das Angebot einlösen. Seit 2007 hat die Aktion insgesamt über 60.000 € zugunsten bedürftiger Kinder in Deutschland eingespielt.

3. Welche Voraussetzungen benötigt ein guter Social Media Manager? Was sollte er unbedingt beherrschen?

Ein guter Social Media Manager muss in erster Linie offen sein für Neues. Diese Offenheit bedeutet, dass man sich mit seinem Unternehmen und seiner Aufgabe identifiziert und bereit ist, aus der relativen Anonymität klassischer Pressearbeit herauszutreten. Mit dem Schritt in Social Media wird man als Unternehmenskommunikator namentlich und mit seinem Foto erkennbar und auf Social Media-Veranstaltungen greifbar. So öffnet man sich Fragen – und die können natürlich manchmal unbequem sein. An dieser Stelle sollte jeder einen kühlen Kopf bewahren und sachlich antworten. Die Aktivität in den Social Media-Kanälen hält sich nicht an klassische „Sprechstunden“, sondern beinhaltet sehr wohl, dass man sich am Wochenende oder abends einloggt und prüft, ob Fragen und sogar Probleme vorliegen.

Disziplin ist ebenso erforderlich: man muss nicht jedes Social Media-Thema und Skandälchen mitdebattieren, man darf die Arbeit in den „klassischen“ Kanälen nicht vergessen, man sollte die rechtlichen Spielregeln kennen und sich an den Ethik-Code halten.

Und bei aller Spontaneität bei Twitter & Co. darf der Weitblick nicht verloren gehen: Der Social Media Manager muss intuitiv mögliche Konsequenzen seiner Postings erkennen können.

4. Wie nutzen Sie Twitter, Facebook und Blogs für Ihre Arbeit?

Als Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DeutschlandCard kommuniziere ich via @DC_PR zu Partnerunternehmen, Produkte und Aktionen unserer Partner. Zudem beantworte ich konkrete Fragen an das Unternehmen. Ich beteilige mich an Diskussionen zu Fragestellungen und Debatten rund um Kommunikation. Und berichte über mein direktes Arbeitsumfeld wie den Marketing-Geburtstagschor im Nachbarzimmer, nette Telefonate mit DeutschlandCard Teilnehmern oder die dauersingende Amsel im Innenhof unseres Gebäudes. Das mag manch einem redundant erscheinen – ich bekomme aber immer wieder positives Feedback, da das Unternehmen und seine Mitarbeiter dadurch einfach greifbarer werden. Natürlich sende ich meine Tweets auch von Veranstaltungen – ich lese gerne die Tweets anderer zu spannenden Vorträgen und Diskussionen. Social Media bedeutet nun mal „geben und nehmen“.

Bei Facebook konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Kommunikation unseres Programms: die Aktionen unserer zahlreichen Off- und Online-Partner, DeutschlandCard Produkte wie den Reiseshop oder die Kreditkarte, Infos zur Arbeit unserer Spendenpartner, die Begleitung von Promotions oder auch die Integration unserer TV-Spots. Ab und an gibt’s ein kleines exklusives Gewinnspiel für unsere Facebook-Gemeinschaft.

Social Media-Kanäle sind ein wesentlicher Bestandteil meines Themen-Monitorings geworden – sensationell, wie schnell ich darüber erfahre, was aktuell Thema ist und wie das Unternehmen wahrgenommen wird.

5. Wie viele Personen sind bei Ihnen insgesamt in Social Media aktiv? Welche Social Media Projekte gibt es?

DeutschlandCard ist aktuell auf Twitter (mit @deutschlandcard und @DC_PR), Facebook und Youtube aktiv. Unser Facebook-Account ist noch recht jung, daher gilt ihm zurzeit die größte Aufmerksamkeit. Hier sind ein Kollege aus dem Online-Marketing, unsere PR-Volontärin und ich verantwortlich. Weitere Kollegen kümmern sich um die Weiterentwicklung unserer im Januar 2010 gelaunchten App.

2011 werden wir unsere Social Media-Aktivitäten weiter ausbauen – darauf freue ich mich sehr. Wir arbeiten an einer für unsere Teilnehmer und Partner attraktiven Plattform, die weiteren Mehrwert bietet.

Unsere PR-Agentur consense communications leistet durch die Bündelung von Social Media-Themen auf dem agentureigenen Blog www.netz-reputation.de einen hervorragenden Beitrag. So erkenne ich in ihr einen Diskussionspartner auf Augenhöhe.

6. Was hat sich für Sie persönlich am meisten durch Social Media verändert?

Das sind ganz klar die Geschwindigkeit der Arbeit sowie die unmittelbare und ständige Verfügbarkeit von Informationen. Außerdem habe ich viele interessante Menschen kennengelernt, denen ich sonst vermutlich nicht so schnell begegnet wäre. Wunderbar ist auch die Erfahrung, die Dinge in 140 Zeichen auf den Punkt bringen zu können. Manchmal zumindest.

Vielen Dank für das PR- Blogger Interview.