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Superheld Tiger Woods in der Imagekrise

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Immer mehr Sponsoren lassen den Golfsuperstar Tiger Woods fallen, seitdem seine privaten Eskapaden bekannt geworden sind. Bislang hat der 33-jährige Golfprofi mit seinem guten Namen pro Jahr durch seine Werbeverträge rund 100 Millionen Dollar im Jahr verdient. Doch damit dürfte es inzwischen vorbei sein. Der bisherige Saubermann wird aufgrund außerehelicher Affären in den Boulevardblättern an den Pranger gestellt und hat seine Glaubwürdigkeit verloren.
Angefangen hatte alles mit einem seltsamen Autounfall, bei dem Woods Ehefrau Elin Nordegren mit einem Golfschläger auf das gemeinsame Auto eingeschlagen und ihn verletzt haben soll.

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Was auf den Autounfall von Golfer Tiger Woods folgte
hat in den vergangenen zwei Wochen nicht nur sein Privatleben
beeinträchtigt. Dadurch ist die
Reputation der Personenmarke Tiger Woods angeschlagen, wenn nicht sogar zerstört worden. Die
verspätete Reaktion des Sportlers auf öffentliche Anschuldigungen ist aus Reputationssicht ein sehr großer Fehler gewesen. Es gab keine News auf Tigerwoods.com und keine Pressemitteilung, kein Interview und keine Reaktion. Erst fünf Tage
nach dem Unfall veröffentlichte Tiger Woods Management ein Statement auf der Website: "Ich habe mich nicht so verhalten, wie es meinen Werten entspricht und wie es meine Familie verdient. Bei all jenen, die mich jahrelang unterstützt haben, möchte ich mich aus tiefstem Herzen entschuldigen." Künftig wolle er versuchen, ein besserer Mensch, Ehemann und Vater zu sein. Das war zu wenig und viel zu spät.

Laut Wallstreet Journal verschlechterte sich Woods Markenimage seit dem Unfall erheblich:

Graphs
Infegys Zahlen sind noch dramatischer.

Durch Social Media ist nicht nur das Privatleben von Prominenten zugänglich, sondern
jeder, der sich im Web auf irgendeine Art und Weise betätigt gibt der Öffentlichkeit ein Stück von sich preis. Deshalb sollten Marken zumindest die Meinung ihrer Fans oder Kunden zur Kenntnis nehmen und möglichst sogar Teil des Dialogs werden, damit sie überhaupt noch Einfluss auf die Mundpropaganda nehmen und nicht nur zuschauen können. Durch Twitter und andere Microblogging-Tools geschieht das Ganze sogar in Echtzeit.

Wer in einer solchen Krisensituation als Personal Brand schweigt oder das falsche kommuniziert und sogar seine Fans offensichtlich belügt – wie Woods, darf sich nicht wundern, wenn andere über ihn sprechen und dadurch immer mehr Meinungen online auffindbar sind. Der Vertrauensverlust wird sich noch lange auf die Marke Tiger Woods auswirken und seinen Markenwert lange Zeit erheblich beeinträchtigen. Er hätte wesentlich offensiver auf die Anschuldigen reagieren und selbst für mehr Transparenz sorgen müssen

Stattdessen melden sich immer mehr Frauen, die  mit ihm angeblich Affären hatten. Zudem twittern Menschen im Sekundentakt über den Profigolfer. Am vergangenen Samstag verzeichnete die Twittersuche Twazzup zum Beispiel mehr als 1800 Tweets über Tiger
Woods pro Stunde:

Twazzup-tiger-woods

Zu Woods' Statement vom 2. Dezember 2009 sind bisher mehr als 25 000 Kommentare eingegangen.


 
Ein paar Tweets,
eine Pressekonferenz oder eine Videobotschaft auf seiner Facebook Fanpage hätten das PR-Debakel zumindest in Grenzen gehalten. Immerhin erreicht der Golfprofi auf seiner Facebook-Seite rund 1,3 Millionen Fans weltweit. Vielleicht hätten dann die Journalisten die privaten Affären Woods nicht dermaßen in den Vordergrund gerückt und sie als nur persönliche Angelegenheit betrachtet – die allerdings auch ihre Boulevard-Wert gehabt hätte…

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Marken haben jedoch grundsätzlich keine Privatsphäre. Für sie ist eine starke
Präsenz auf allen wichtigen Social-Media-Plattformen, ein gutes Social Media Monitoring sowie rechtzeitiges Handeln lebensnotwendig geworden. In Woods' Fall waren zwar alle Kommunikationskanäle durchaus vorhanden, wurden aber schlichtweg nicht rechtzeitig und adäquat genutzt.

Unternehmen, die in in der Öffentlichkeit stehen, sollten sich den Fall Tiger Woods zu Herzen nehmen. Denn eine PR-Krise
zu bewältigen, das bedeutet auch, rechtzeitig in Social Media und darüber hinaus Verantwortung zu übernehmen. 

Eine völlige Kontrolle über ihre Marke haben Unternehmen vermutlich nie wirklich gehabt. Das war und ist heute mehr denn je eine Illusion. Das zeigt auch das Beispiel des Milliardärs Tiger Woods. Es kommt heute jedoch mehr denn je auf auf die schnelle und direkte Interaktion mit den Kunden an. Vor Krisen ist niemand gefeit, aber durch gezielte Kommunikation lässt sich oftmals die Eskalation vermeiden.

Die immer neuen Enthüllungen in den Medien haben Tiger Woods jetzt vorerst zum Rückzug vom Golfsport gezwungen. Der Ausnahmesportler bat online seine Fans, Sponsoren, Kollegen und Geschäftspartner dafür um Verständnis: "Das Wichtigste ist jetzt, dass meine Familie jetzt die Zeit, Ruhe und Abgeschiedenheit hat, um über alles hinwegzukommen". Dabei weiß er, dass er viel zu spät reagiert hat, um den Schaden zu beheben: "Aber ich werde alles tun, um es zumindest zu versuchen". (zitiert nach Süddeutsche.de)

>> Süddeutsche.de: Die Sponsoren stehen zu ihrem Aushängeschild 
>> Fast Company: Death of a Salesman, Starring Tiger Woods  
>>
Spiegel: Abstieg des Supergolfers – Sponsoren lassen Tiger Woods falle
>> Update: Grafiken von Nielsen in Klaus Eck Posterous

Klaus Eck

  • http://www.talkabout.de Mirko Lange

    Hallo Klaus,
    als begeisterter Golfer und ebenso begeisterter PRler möchte ich Dir im Fall Woods widersprechen.
    Wood’s Unnahbarkeit ist Teil seines Images. Das ist gewollt, das ist gut, das ist stringent, und es spiegelt sein Spiel wieder. Woods redet mit seinen Flight-Partners während des Spiels kein einziges Wort.
    Das Problem von Woods ist nicht seine mangelnde Kommunikation. Sondern der Beleg, dass er NICHT der Übermensch ist, als der er erscheint. Der Reputationsschaden wäre – so meine These – mit Kommunikation nicht kleiner gewesen. Eher noch größer.

  • http://www.rolandbinz.com Roland Binz

    Lieber Klaus
    Sehr gut analysiert. Den Widerspruch von Mirko Lange teile ich nicht. Das zu lange Schweigen ist definitiv kontraproduktiv. Bisher haben sich Tiger Woods und seine Entourage als schlechte Krisenmanager positioniert. Übrigens ein häufiges Phänomen bei erfolgreichen Unternehmen und Persönlichkeiten. Genau diese vermeintliche Unnahbarkeit macht sie in der Krise besonders anfällig.
    Umso wichtiger wäre es, mit einer professionellen, zeitnahen und selbstkritischen Kommunikation im Krisenmanagement die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen zu bewahren. Das wäre selbst im Fall Tiger Woods nicht unmöglich gewesen!
    Herzlich, Roland Binz

  • http://www.cirquent-blog.de Meike Leopold

    Hallo Mirko, aber Woods erscheint doch als gefallener “Übermensch” gerade aufgrund einer fehlerhaften Kommunikation, die ihn laufend und bewusst überstilisiert hat. Das zeigt sich doch jetzt. Außerdem meine ich, dass der Aufbau eines Images eines bewunderswerten Perfektionisten sich nicht unbedingt beißt mit geschickter Kommunikation, die nah an den Leuten ist. Grüße, Meike

  • http://www.massenpublikum.de Sachar

    Letztendlich beweist Tiger Woods, dass man noch so sehr über Personal Brands sprechen kann, am Ende sind Menschen in erster Linie Menschen.
    Sie leisten Großartiges und sind ebenso im Stande, sämtliche Markenstrategien zu vergessen, und zu unverzeihlichen Fehlern zu neigen. Unverzeihlich aber eben doch menschlich.

  • http://twitter.com/kirchberg Dirk Kirchberg

    Hallo Klaus,
    ich gebe Mirko Recht. Woods hätte diesen Sturz mit mehr Kommunikation nicht abfedern können. Woods ist knallhart, mit sich, mit seinen Konkurrenten. Er scheint unfehlbar, untouchable.
    Mit seinen Eskapaden ergibt sich aber eine riesige Diskrepanz: Tiger, der saubere Übergolfer, der Obama des weißen Sports, ist plötzlich ein Mensch mit dunklen Geheimnissen. Und er hat sich erwischen lassen. Sauberer Sportheld hat Sex, aber nicht mit seiner Frau! Das trifft das prüde Amerika ins patriotische Herz.
    Allerdings scheint ein Happy-End möglich. Der reuige Sünder bekennt seine Fehltritte, leistet Buße und kehrt zurück, schillernder denn je. Denn wenn Amerika eines mehr liebt als saubere Helden, dann sind es gefallene Helden, die sich wieder nach oben kämpfen. Halleluja!
    Für eines bin ich Tiger dankbar: http://twitter.com/Kirchberg/status/6595667823

  • http://dienstleistungsmarketing-blog.de Thomas Scheuer

    Accenture hat noch in der letzten Ausgabe der Wirtschaftswoche mit Woods geworben: die Headline war alles andere als passend … ich habe schon in meinem Blog unter http://dienstleistungsmarketing-blog.de/archives/217 berichtet.

  • http://profile.typepad.com/michaelreuter Michael Reuter

    Mirko,
    Du sagst:
    Wood’s Unnahbarkeit ist Teil seines Images. Das ist gewollt, das ist gut, das ist stringent, und es spiegelt sein Spiel wieder.
    Das sehe ich auch so.
    Allerdings denke ich, dass Reputationsschäden ausschliesslich durch Kommunikation und niemals durch Nicht-Kommunikation begrenzt werden können.
    Das Entstehen von Reputationsschäden kann ex ante verhindert (nicht begrenzt) werden, wenn es gelingt, einen Vorfall komplett zu vertuschen bzw. unter den Tisch fallen zu lassen. Aber genau das war hier – aufgrund des Unfalls – nicht möglich.
    Daher: Nur Kommunikation kann Reputationsschaden begrenzen

  • http://profile.typepad.com/6p0120a593d6dc970c twitter.com/talkabout

    Ich gebe Euch mit allem Recht, was Ihr sagt. Natürlich sollte man zeitnah, offen und authentishc kommunizieren. Sagt die Theorie? Aber kennt Ihr auch Tiger Woods?
    Ich halte es für komplett falsch, immer nur stereotyp zu sagen: “Mit Kommunikation hätte sich die Imagekrise vermeiden lassen”.
    Woods hätte – nachdem seine Eskapaden rausgekommen sind – sagen können, was er wollte. Das hätte nichts genützt. Der Schaden wäre ohnehin immens gewesen. Wer das Gegenteil behauptet verkennt aus meiner Sicht TOTAL die Macht des (amerikanischen) Boulevards. Wenn er die Verfehlungen gleich zugegeben hätte, wäre die Kommunikation sicherlich etwas *anders* verlaufen, aber das Supermann-Image war unwiederbringlich verloren – zumindest das des Menschen. Auf dem Golfplatz und für Golfer ist Woods weiterhin ein Übermensch.
    Ja sage ich grundsätzlich dazu, dass Woods’ Fall nicht so tief gewesen wäre, wenn er die ganze Zeit schon anders kommuniziert hätte. Also VOR den Eskapaden. Oder anders ausgedrückt: Es war risikoreich, ihn als diesen Übermenschen aufzubauen. Aber auch das geht aus meiner Sicht komplett an dem Phämomen Woods vorbei. Deswegen fragte ich, ob ihn jemand kennt.
    Woods’ Übermenschen-Image ist keines von PR-Leuten aufgebautes. Der Mann ist so. Er ist akribisch, besessen, verschlossen. Das ist voll authentisch. Da habe ich keine Zweifel. Also vorsorglich ihn aus PR-Gründen und wegen der Risikovorsorge offener kommunizieren zu lassen, ist keine wirklich Alternative.
    Also wie gesagt: *theoretisch* stimmt das alles – aber Woods ist von allen Beispielen, die man dafür hernehmen kann, das ungeeignetste.

  • http://www.oseon.com Tapio Liller

    Ich bezweifle sehr, dass durch einen früheren und gezielteren Einsatz von Social Media Kanälen, wie Klaus ihn fordert, im Fall Woods irgendetwas gewonnen worden wäre.
    Der Mann ist ein Megastar des Sports, eine Projektionsfläche für Träume, Phantasien, Bewunderung. Damit hat er Millionen verdient. Dass er (oder sein “Personal Brand”, ich mag diesen Begriff im Zusammenhang mit Menschen nicht) jetzt abschmiert ist in seinem Image bereits angelegt. Denn das funktionierte nur als saubere Fassade.
    Der Rest ist pure Mechanik des Boulevards und so vorhersagbar wie gnadenlos. Da hätte ein “Sorry, ich bin mit vielen Frauen fremdgegangen”-Statement auf Facebook oder anderswo auch nicht geholfen. Das Wühlen im Dreck samt Trittbrettfahrer(innen) gehört leider zum klassischen Boulevard-Mediengeschäft. Da sind Social Media nur Resonanzraum.
    Aber früher oder später wird Woods wieder Golf spielen und dann kann man sich über den Wiederaufbau eines Images gedanken machen. Vielleicht ja dann eines anderen als bislang.

  • http://profile.typepad.com/klaus_eck klauseck

    Mirko, Tiger Woods mag ein unnahbarer Superheld (gewesen) sein, damit passt er perfekt in das klassische Bild einer Marke, die sich nicht auf die Kundenkommunikation und Kontakte mit dem wirklichen Leben einlassen will. Das zeigt deutlich, wie wenig zukunftsfähig heute noch ein “altes” Modell der Markenführung ist, dass eher auf Geheimnisse und Intransparenz setzt.
    Wenn Menschen ihr Vertrauen verlieren, wie bei Woods geschehen, wirkt sich das auf die Marke aus. Seine persönlichen Verfehlungen passen nicht zu seinem Saubermann-Image. Hierbei ist es völlig gleichgültig, wer das Image und die Inszenierung aufgebaut hat, inzwischen sind dadurch Markenwerte entstanden – die gerade wieder zerstört werden. Woods hat die Regeln längst selbst verändert und sollte sich entsprechend verhalten.
    Statt Clark Kent ist heute Peter Parker gefragt. An die Stelle der unfehlbaren Marke – Superman – tritt die Marke Spiderman, die keinen Hehl aus ihren Schwächen macht. Das ist ein uraltes Spiel: Marvel- gegen DC-Universum.
    Warum sollten für Tiger Woods andere – besondere – Regeln gelten? In der Markenwelt sind erst einmal alle gleich. Je weniger ein Markenanbieter – ein Personal Brand genauso – kommuniziert, desto mehr ist er auf die Meinung seiner Fans (Konsumenten) angewiesen. Und wenn diese kippt, besteht auch eine Chance, in den durchaus vorhandenen Kanälen adäquat zu reagieren. Eine Facebook Fanpage hat Woods ja, nur nutzt er sie nicht für seine Krisen-PR.
    Ohnehin schreibt Woods schon längst weiter an seinem (Anti-)Heldenepos, indem er den reuigen Sünder gibt und sich (als Milliardär) zurückzieht.

  • Patrick Kroos

    In meinen Augen macht die Analyse keinen Sinn. Sind Sie vielleicht mal auf die Idee gekommen, dass er mit seinem Zitat “Aber ich werde alles tun, um es zumindest zu versuchen” sein Privatleben, seine Psyche und seine Familie meint? Man kann vielleicht bei einer Unternehmensmarke darüber sprechen, was man hätte machen sollen oder nicht, aber doch nicht bei einem Menschen, sei die Marke Tiger Woods noch so groß. Er ist und bleibt ein Mensch. Und die Marke Woods kann man nicht ohne den Menschen betrachten und der hat Fehler gemacht.
    Außerdem glaube ich nicht, dass das schlimmste gerade die Sponsoren sind, die sich verabschieden. Die kommen eh wieder und wenn nicht, genug Geld ist da. Golf kann er auch ohne Sponsoren spielen (so er denn will).
    Ich persönlich glaube, dass er das einzig Richtige gemacht hat. Sich verstecken, den Sturm der Öffentlichkeit vorüber ziehen lassen und hoffentlich die richtigen Gespräche im Privaten führen. Vielleicht lässt sich so nicht sein Image retten, wenn er aber dafür seine Ehe retten oder die Scheidung halbwegs friedlich gestalten kann, dann ist dem Menschen sicher mehr geholfen, als die Marke das jemals tun könnte.
    Ich finde die Analyse einzig aus der oben eingenommen Perspektive zynisch und nicht angemessen.

  • http://www.cirquent-blog.de Meike Leopold

    Aber offenbar hat er eine ziemlich schwache “Nachtseite” (wenn man es moralisch sehen möchte). ;-) Jekyll and Hyde Prinzip? LG

  • http://www.flobbymedia.de flo

    Habe leider nicht alles genau gelesen aber als kleiner Denkanstoß (hoffe das hat noch keiner gesagt): Wenn die amerikanische Yellowpress etwas schreiben will, schreiben sie es. Wenn sie Skandal wittern, dann wird er noch größer gemacht. Nicht zu vergessen das unglaubliche Geschäft mit Paparazzi Bildern…
    Social Media hin oder her, proaktive Kommunikation hin oder her, Krisen-PR hin oder her: Ich denke im Fall von Tiger Woods ist es nicht unbedingt das schlechteste gewesen zu schweigen. Klar hätte er sich hinstellen können und “Ja, ich habe meine Frau und meine zwei Kinder betrogen” sagen können, dass das aber dann auch in den News gewesen wäre, und evtl. sogar als Headline zitiert worden wäre, ist denke ich klar. Und ob die Journalisten dann weniger nach weiteren Affären gesucht hätten, wagen ich zu bezweifeln.
    Und überhaupt: Mir ist das total egal mit wem der Herr Woods in die Kiste steigt. Und ich denke da bin ich nicht alleine :) . Er ist ein hervorragender Golfer – egal ob eine oder fünfzehn Frauen.
    Beste Grüße,
    flo
    ** Habe leider nicht alles gelesen und bin auch nicht TOP informiert über den Fall, wie gesagt – interessiert mich eigentlich kaum **

  • http://twitter.com/PressKit Kit

    Patrick, das sehe ich so wie Du, bzw. Mirko. Offene Kommunikation mag in der Theorie und für Unternehmen in den meisten Fällen der beste Weg sein. Aber wie hätte die denn hier aussehen sollen? Die Medien berichten über Tiger Woods aufgrund eines Verkehrsunfalls und er geht daraufhin an die Öffentlichkeit, sagt “Verkehrsunfall ja – aber anders als ihr denkt” und gibt dann auf einen Schlag alle seine Affären zu? Das geht weiter an der Realität vorbei als meine Golfschläge am Loch im Schnupperkurs.

  • http://www.thestrategyweb.com Martin Meyer-Gossner

    Das Image des perfekten Tiger Woods zeigt Kratzer. Ja und? Haben da nicht viele drauf gewartet? Und dank Social Media zerreißen sich viele öffentlich den Mund, statt an ihrem Handicap (zweideutig gemeint) zu arbeiten.
    Wessen Image wird bei diesem Satz mehr zerstört? Tigers oder das der armseligen Trittbrettfahrer…
    “Stattdessen melden sich immer mehr Frauen, die mit ihm angeblich Affären hatten.”
    Für mich zeigt sich hier die Kehrseite von Social Media und Personal Branding in vollendeter Form.

  • http://www.talkabout.de Mirko Lange

    Hi Klaus,
    Tiger Woods ist als Sportler immer noch ein “unnahbarer Superheld”. Und wenn er wieder Golf spielen wird, dann brauch er auch dieses Image (und diese Selbsteinschätzung), um auf diesem Niveau Golf zu spielen. Wer nicht selber sportlich Golf spielt, kann das vielleicht nicht verstehen: Golf ist ab einem gwissen Niveau zu 95% Kopfsache. Und wer sich selbst als erfolgreich als “unnahbar” und “unerreichbar” kreiert, der spielt auch besseres Golf. Dafür ist Tiger Woods der lebende Beweis, und nur dadurch lässt sich erklären, warum er wie ein Supermann Golf spielt. Aber wie gesagt: Man muss wohl Golfer sein, um das zu verstehen.
    Die Analogien sind ja alle im Prinzip richtig. Ich sage ja nur, dass man Prinzipien aus dem Marken-Aufbau von Unternehmen nicht immer auf Personen ableiten kann, noch weniger auf (Hoch-)Leistungssportler und eben schon gar nicht auf Tiger Woods.
    Tiger Woods ist doch nicht aus der Retorte “als Marke” entstanden. Oder aus einem Produktmanagement heraus. Ja, er wurde durch “Earl” (seinen Vater) schon sehr bewusst herangezogen. Aber in erster Linie als Sportler und nicht als vermarktbare Marke.
    Natürlich wäre i.S. der Kommunikation eine “nahbare Marke Tiger Woods” besser. Aber wem nützt die, wenn die dann immer nur 3 über Par spielt?

  • http://profile.typepad.com/klaus_eck klauseck

    Lieber Mirko, es geht hier nicht um Golf, sondern um das Spiel mit Marken. Dabei ist völlig egal, ob es sich um Personen oder Unternehmen handelt. Vielmehr stellt sich die Frage, wie eine Marke überhaupt wahrgenommen wird. Tiger Woods hat die Erwartungen seiner Fans nicht erfüllt. Unbestritten würde ich sagen.
    Das hat mit Golf erst einmal herzlich wenig zu tun. Es geht um Typisierungen und Wünsche, die nicht einmal realistisch sein müssen. Ich argumentiere aus der Sicht der Sponsoren, die nicht einmal etwas von Golf verstehen müssen, um sich zu überlegen, ob ihre Marken wiederum zur neuen Markenwahrnehmung eines Tiger Woods noch passen. Anscheinend verliert Woods dieses Spiel diesmal.
    Aus der Perspektive der Fans mag dies völlig anders aussehen, zugegeben. Aber in diesem Falle finde ich die Sponsorenbrille – und die Markenbewertung durch die nichtgolfende Öffentlichkeit spannender.

  • http://www.mauricemorell.de Maurice Morell

    Genau, Tapio, dem kann ich voll und ganz zustimmen. Dieses alte Modell wird von der Markenindustrie mit aller Kraft aufrecht erhalten, dabei hat es keinen Bestand mehr, es ist ein Auslaufmodell. Auch hierzulande erstrecht. Authentizität, Kongruenz, echte Präsenz, das zählt. Zum Mensch sein gehört die Versuchung “Untreue” eh seit Jahrtausenden. Im Umgang damit zeigt sich Menschsein eben auch.

  • Patrick Kroos

    Lieber Klaus Eck,
    Dein Artikel ist komplett aus der Sicht Tiger Woods und seiner Möglichkeiten geschrieben, die er hat. In Deinem Kommentar geht es nun um die Sponsoren. Dann wäre die Frage doch eher, wie die Sponsoren richtig kommunizieren, damit sie von der Tragödie um Tiger Woods Privatleben nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Da gibt es sicher mehr Möglichkeiten, als lediglich mit einem kurzen Kommentar die Partnerschaft zu beenden.
    Tiger Woods selbst hätte mit einer anderen Kommunikation die Sponsoren doch auch nicht halten können. Die springen jetzt eh ab und kommen später vermutlich wieder zurück (erinnert sich jemand an Kate Moss und ihre Dorgenorgie, um nur ein Beispiel zu nennen). Es ist und bleibt in erster Linie halt ein privates Drama.
    Und ich schreibe diese Zeilen durchaus mit der professionellen Brille, auch wenn ich ein Fan von Tigers Golfspiel bin.

  • http://www.reportage-photos.de Peer Brockhöfer

    “Die verspätete Reaktion des Sportlers auf öffentliche Anschuldigungen ist aus Reputationssicht ein sehr großer Fehler gewesen.”
    Nein, denn wenn er durch Kommunikation Schadensbegrenzung hätte betreiben wollen, wären ihm nur zwei Möglichkeiten geblieben: lügen oder komplett-Geständnis. Schließ hatte er nicht nur eine Affäre.
    “Ein paar Tweets, eine Pressekonferenz oder eine Videobotschaft auf seiner Facebook Fanpage hätten das PR-Debakel zumindest in Grenzen gehalten.”
    Was hätte er da sagen sollen?
    “Denn eine PR-Krise zu bewältigen, das bedeutet auch, rechtzeitig in Social Media und darüber hinaus Verantwortung zu übernehmen. ”
    Die in Krisenfällen so gern propagierte “Flucht nach vorn” – wie hätte die ausgesehen??? -> “Liebe Fans, um es gleich vorweg zu nehmen: Der Geist ist willig, das Fleisch schwach … Es war nicht nur die Kellnerin.”
    Wie immer eine gute Analyse, Herr Eck. Nur handelt es sich hier nicht um eine PR-Krise sondern um eine echte persönliche und reale Krise. Und damit zeigt sich auch ein Nachteil. Natürlich kann sich ein Tiger Woods nicht dem Web2.0 entziehen. Aber jeder der das kann, hat nun ein Argument, das auch zu tun. #Mittelstand.
    Was ich ihm geraten hätte? Gute Frage ;)

  • http://www.badratgeber.de Alf

    Guter Beitrag, es ist schon erstaunlich wie das Social Web so schnell einen Promi mit gut aufgebauten Image so schnell herunterziehen kann. Sicher hätte er etwas dagegen unternehmen können aber um genau die richtigen Entscheidungen bei solch einem Fall zu treffen, dafür brauch man erheblich viel Glück, mit einem Statement zu dem Fall wär es auf keinenfall einfach getan gewesen. Ich hoffe das es in Zukunft nicht mehr solcher Fälle gibt, ansonsten könnten die Social Medias/Netzworks ein Imagekiller für viele Promis werden und der ganze Trend geht voll nach hinten los.

  • Patrick Kroos

    @Alf: Was hat das Social Web damit zu tun? Wäre es vor 10 Jahren nicht dazu gekommen? Natürlich. Das ist ein Fall für den Boulevard, der anstatt zu Hause oder am Arbeitsplatz heute zusätzlich online diskutiert wird.

  • http://www.moderne21.de Harry L.

    Heutzutage sind wohl in erster Linie Tratsch und Sensationsgier das ‘Opium für´s Volk’. Die Amis machen´s wieder mal vor …

  • http://www.ticketpoint.de Flug

    Schrecklich das sich noch weiter Frauen melden die etwas mit ihm gehabt haben wollen ist doch lächerlich. Auf der anderen Seite ist er was sein Image betrifft auch selber schuld! Es wird alles breit getreten, aber das weiß er doch wenn er so berühmt ist! Wie kann man denn ein solches Risiko eingehen?