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Morgenwelt 51: Neue Zahlen und ein Polit-Thriller auf Twitter

Der Wahlkampf geht natürlich auch an der Morgenwelt nicht spurlos vorbei. Heute präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle Neues aus dem Social Media-Wahlkampf, haben einige interessante Zahlen parat und kommen gleich zwei Mal auf Facebook zu sprechen. Denn das ohnehin als innovationsfreudig bekannte Unternehmen kann gleich mit mehreren Neuerungen in der nächsten Zeit aufwarten und scheint auch wirtschaftlich allmählich auf einen grünen Zweig zu kommen. Außerdem stellen wir Ihnen Googles neuesten Streich vor, der das Nachrichtenlesen im Internet auf ganz andere Weise als bisher üblich löst und das gute alte Blättern in den virtuellen Raum überträgt. Dies und einiges mehr finden Sie heute wie gewohnt in der Morgenwelt. 

Das Internet: Manchmal braucht es nicht viele Worte, sondern einfach eine gute Grafik. Die folgende stammt, wie auch drei andere Motive aus der gleichen Serie, von Urban Cartography


Online Mobbing: Für Unternehmen ist es nichts neues, dass sich im Netz blitzschnell ein Sturm der Kritik entwickeln kann und dass es dabei nicht immer zimperlich zugeht. Wesentlich unschöner wird es allerdings, wenn Privatpersonen das Opfer einer gezielten Anti-Kampagne werden, so wie es in seltem großen Ausmaß Hans-Martin Schulze, Kontrahent Stefan Raabs bei Schlag den Raab, widerfahren ist. Gemobbt wurde auf Twitter (mit dem bösartigen Hashtag #Hassmartin), Facebook, StudiVZ und andernorts, Details hat Phillip Ostrop zusammengetragen. Wer danach sucht, entdeckt eine Vielzahl teils stark unter die Gürtellinie gehender Kommentare, die sich gegen Schulze richten und die online natürlich eine hohe Halbwertszeit besitzen. Bemüht man die Googlesuche, finden sich schon auf der ersten Trefferseite mehrere Ergebnisse mit dem Begriff "Hassmartin". Ein Desaster für seine Reputation, aber auch ein Desaster für die Netzgemeinde. Wie Stefan Niggemeier vollkommen richtig konstatiert

"Unklar blieb dabei allerdings, welchen Grund nun ausgerechnet diese Leute haben sollten, sich mit ihrer begeistert zur Schau gestellten Asozialität dem sozial ungeschickten Kandidaten überlegen zu fühlen."

Facebookzahlen: Facebook ist auch weiterhin auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs. Mittlerweile nutzen mehr als 300 Millionen Menschen weltweit das Social Network. Wesentlich interessanter ist allerdings ein weiteres Detail, das ebenfalls auf der momentan stattfindenen TechCrunch50 veröffentlicht wurde: Erstmals kann Facebook einen positiven Cashflow verzweichen und ist damit ein wirtschaftlich substantiell gesundes Unternehmen. 

Twitternutzung: Auch wenn Twitter in Deutschland im Gegensatz zu den USA noch nicht völlig im Mainstream angekommen ist, kann es trotzdem mit konstantem Wachstum aufwarten. Im August gab es 2,36 Millionen Unique Visitors und 174.000 aktive, deutschsprachige Accounts beim Microblogging-Service. 

Facebookinnovationen: Gleich mehrere Neuerungen gibt es aktuell bzw. bald bei Facebook. Was sich bei Twitter längst etabliert hat, ist nun auch bei Facebook verfügbar: die @-Tagging-Funktion.
Wer seinen Status aktualisiert, und dabei seine Kontakte, Gruppen,
Events, Applikationen oder Pages direkt ansprechen möchte, der kann dies ab
sofort mit Hilfe des @-Zeichens. Wer getaggt wurde, bekommt eine
Benachrichtigung und sieht die Meldung auch auf der Profilseite. Weiterhin wird bald ein Voice-Chat auf Facebook gelauncht, der mit Hilfe des Anbieter Vivox umgesetzt wird. Und schließlich führt das weltgrößte Social Network nun einen Bereich ein, auf dem ähnlich wie bei Google Labs neue Funktionen durch die Nutzer getestet werden können. Es hört auf den Namen Facebook Prototypes, wie Mashable wissen will.

Wahlkampf im Netz: Passend zu unserer neuen Serie "Social-Media-Check Wahl 2009" befasste sich auch die Redaktion von Neues (3sat) mit dem Thema Online-Wahlkampf. Herausgekommen ist dabei der folgende Beitrag: 


Google Fast Flip: Mit einem neuen Service der aktuell in den Google Labs getestet wird, geht Google einen neuen Weg in der Darstellung aktueller Nachrichten. Statt Links und Artikelteaser, finden sich auf Fast Flip Screenshots zu aktuellen Artikeln direkt von den jeweiligen Medienportalen, durch die mit einem Mausklick "geblättert" werden kann. Um sich mit den zunehmend feindlichen Medien auszusöhnen, beteiligt Google diese an den Anzeigenerlösen, die auf Fast Flip erzielt werden. Deutsche Medienpartner sind bislang allerdings noch nicht an Board. 

Twitter-Politthriller: Ein öffentlicher Streit ist rund um DIE LINKE und Bodo
Ramelow auf Twitter entfacht. Ausgangspunkt war die Enthüllung u.a. im SPIEGEL, dass Bodo Ramelow eine ehemalige Mitarbeiterin der DDR-Staatssicherheit beschäftigt. Trotz Blog-Beitrag von Ramelow kam die Diskussion auf Twitter dann erst richtig in Gang. Hier ein Auszug der Diskussion:

Politische Diskussion im Netz 

Sehr
entlarvend, auf welchem Niveau diese
Diskussion geführt wird: persönliche Anfeindungen anstelle einer sachlichen Diskussion. Natürlich ist es denkbar, solch einen Streit in der Öffentlichkeit auszutragen um so Publicity zu erhalten, doch aus meiner Sicht zeigt es eher mangelnde Kompetenz im Umgang mit Social Media, denn keiner der beteiligten Protagonisten tut auf diese Weise seiner Reputation einen Gefallen. Wer die ganze Geschichte aus Sicht der
Thüringer Blogzentrale lesen möchte, kann sich hier informieren. 

>> PR Blogger: Morgenwelt 50: Social Media Monitoring im Echtzeitweb
>> PR Blogger Morgenwelt 49: JAKO in der Reputationskrise?
>> PR Blogger Morgenwelt 48: Neue Gefahren und Chancen durch anonymes Twittern
>> PR Blogger: Morgenwelt 47: Associated Press betrachtet Links und Zitate kritisch 
>> PR Blogger: Morgenwelt 46: Word-of-Mouth-Marketing boomt

Thomas Euler

  • Zu dem Artikel “Ein Panorama des Elends”

    Von Bernd:
    noch etwas zu Bodo Ramelow Partei DIE LINKE.
    Bodo Ramelow`s Antwortschreiben vom 09.08.2009 zur Stellungsnahme auf das Schreiben meines Anwalts (29.07.2009), in seiner Rückantwort kann er sich nichr mehr erinnern,
    der FR gesagt zu haben:
    Menschen wie der zurückgetretene Vorsitzende der Baunataler Linken, Bernd Heinicke, gehörten zu den “zehn Prozent Irren”, von denen Fraktionschef Gregor Gysi wiederholt gesprochen habe. “Mit denen ist keine Verständigung möglich”, sagte Ramelow.
    Die FR- antwortet am 25.08.2009 durch Herrn Dr. Matthias Schulenberg :
    Herr Schindler ist sich sicher, dass die Äußerungen so gefallen sind, wie er sie aufgeschrieben hat.
    http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/dossiers/hessenwahl_2009/&;
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Heinicke aus Baunatal

  • http://profile.typepad.com/klaus_eck klauseck

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