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Morgenwelt 46: Word-of-Mouth Marketing boomt

Facefeed. Das Social Network Facebook hat den Content-Aggregator Friendfeed gekauft. Der Pressemitteilung zufolge ging es besonders um das starke Team von Friendfeed, das Facebook bei der Verbesserung der Lifestreaming-Architektur des Netzwerkes unter die Arme greifen wird. Wir dürfen also gespannt sein wann die ersten Entwicklungen ausgerollt werden.

Policies. Mehr als ein Drittel der US-Unternehmen haben keine Social-Media-Guidelines im Einsatz. Obwohl die im Rahmen der Studie "Social Media: Embracing the Oppertunities, Averting the Risks" befragten leitenden Angestellten zu 81 Prozent der Meinung waren, dass Social Media auch eine Gefahr für das Unternehmen darstellen kann, scheuen viele davor zurück Regeln und Guidelines zum Umgang mit dem Social Web einzuführen.

Mundpropaganda. Die Ausgaben für Word-of-Mouth Marketing werden 2013 circa 3 Milliarden US-Dollar betragen, zumindest nach Aussagen eines Reports von PQ Media. Die Ausgaben für WOM und alternatives Marketing wachsen – im Gegensatz zu den Ausgaben für die Werbe- und Marketingbranche in den USA, die seit der "Great Depression" in den 30er Jahren zum ersten Mal stagnieren. Dieser Wandel hängt vor allem mit den veränderten Konsumgewohnheiten der Verbraucher zusammen, wie die folgende Darstellung gut visualisiert.

Abrechnung. Robert Scoble rechnet in seinem Blog mit der Twitter-Plattform ab. Seine Hauptkritikpunkte sind die scheinbare Willkür bei der Auswahl von Partnern und Empfehlungen seitens des Twitter-Teams, die Unauffindbarkeit älterer Tweets sowie die Abhängigkeit des Microblogging-Netzwerkes von Drittanbietern wie zum Beispiel dem Bilderservice Twitpic oder dem URL-Verkürzer bit.ly.

Untot. Second Life ist tot, und damit auch der Ansatz der virtuellen Welten – so eine weit verbreitete Ansicht. Brian Solis schreibt in einem Blogpost, dass dem nicht so ist: Besonders Jugendliche und Kinder sorgten für das weiterhin starke Wachstum der virtuellen Welten. Zum Beispiel mache die Gruppe der 10 bis 15-jährigen den Großteil der 135 Millionen Einwohner der Habbo-Welt aus. Solis bietet auch eine Visualisierung der verschiedenen Sektoren, in denen virtuelle Welten eingesetzt werden. Totgesagte leben anscheinend doch länger.

Berufsfotografie. Das Time Magazine hat für ihr neues Titelbild nur 150 Dollar bezahlt. Das aus einem Stockfoto-Pool kommende Bild regt nun eine Diskussion über den Wert der Pressefotografie an: Normalerweise würden für ein solches Bild rund 3000 bis 10.000 Dollar an den Fotografen gehen, das enorme Angebot an billigen Alternativen im Internet verschärft jedoch die Angebotssituation. Georg Holzer geht in seinem Blog auf das Problem ein und schildert, warum Österreich das "Fotografie-Albanien" dieser Welt ist.

Kündigung. Das Ablästern über dem eigenen Boss kann besonders in Social Networks den Job kosten. Das durfte auch eine junge Angestellte am eigenen Leib erfahren: Als sie ihren Boss in einer Statusnachricht in Facebook anprangerte, hatte sie wohl vergessen, dass sich dieser auch auf ihrer Freundesliste befand und somit zum Lesen ihrer Nachrichten berechtigt war. Die Antwort des Chefs ließ nicht lange auf sich warten.

Verschollen. Wer immer schon mal wissen wollte, was eigentlich aus den Gründern von Netscape oder dem Napster-Entwickler geworden ist, der wird bei "Tech heroes of the past" fündig. Kurios: Der Erfinder von Microsofts Word-Version, Richard Brodie, verdient seine Brötchen jetzt als professioneller Poker-Spieler.

Christoph Bauer

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  • http://www.trendmile.com Alexandra Preis

    Kündigung auf Facebook: Da ist die gute Frau wirklich selbst schuld. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie eine gute Mitarbeiterin war, so bar jeden Urteilsvermögens.
    Wie ich immer sage: Wenn man es den Leuten nicht ins Gesicht sagen würde, dann soll man es auch auf Facebook nicht sagen. Für den Fall dass man doch mal unbedingt Dampf ablassen muss: E-Mail, Telefon, oder, warum nicht?, einfach auch mal ein persönliches Gespräch mit Freunden (ja, sowas geht auch noch).
    Ich finde die Reaktion ihres Chefs erstaunlich gemäßigt. Aber ich würde natürlich sowieso jeden feuern, der multiple Ausrufezeichen verwendet.