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Morgenwelt 37: Mit dem Terminator twittern

Es wird nach langer Zeit hierzulande mal wieder in den Medien über die Netzkultur und Online-Recht diskutiert, Anlass dazu bietet die Online-Petition gegen die Internetsperren, die bald mehr als 100.000 unterschrieben haben. Wie soll man mit dem Kulturwandel im Web umgehen, etwa, indem man das Twittern im Bundestag verbietet? Oder stellt man Social Media Redakteure sogar zum Twittern und Facebooken ein? So mancher Intellektuelle sieht sich sogar von den Digitalisten verfolgt und bekämpft die vermeintliche "Erlösungslehre". Währenddessen verändert sich die Arbeitswelt und Online-Profile werden bei einer Bewerbung wichtiger. Dabei profitieren Marken (wie der Film "Terminator") davon, dass die Netizen sie bei Facebook, Myspace oder eben auf Twitter einbinden. Momentan gibt es einen großen Widerstand gegen das Neue in der Welt, das macht Angst und führt zu seltsamen Auseinandersetzungen um das Wahre, Schöne und Gute im Netz. 

Medien: New York Times stellt  eigens einen "Social Media Editor" ein: Jennifer Preston führt die New York Times jetzt in die Social Media Sphäre. Das Beispiel zeigt, dass auch das Social Media Management in den Online-Redaktionen wichtiger wird. Hierzulande engagieren sich sich zwar zahlreiche Online-Redakteure in der Blogger- und Twitterwelt, aber für das Social Media Marketing dürften erst wenige wirklich verantwortlich sein.

eRecruting in Social Networks: Auf die Ergebnisse der Social Recruitment Survey, die von Jobvite erhoben worden ist, geht Fuellhaas näher ein. Laut der Studie nutzen 68 Prozent der befragten Personalverantwortlichen Social Networks bzw. Social Media für die Suche nach neuen Mitarbeitern. Aufgrund der  internationalen Ausrichtung taucht Xing, das vor allem hierzulande für Personalverantwortliche von Bedeutung ist, nicht auf. Viele Bewerber unterschätzen die Bedeutung ihrer Online-Profile für das Personal Branding: Nur jeder Vierte gibt seine Online-Aktivitäten bei einer Bewerbung an.

Jobvite-tools

Online-Reputation: Einer Studie von eMarketer.com zufolge glauben drei Viertel der befragten Angestellten, dass es leicht sei, ihrem Unternehmen mit Social Media Aktivitäten Schaden zuzufügen. Ein Überblick über die zugrunde liegende Studie von Deloitte gibt es als PDF online.

 

Netzkultur fördert nicht das Böse, sie ist oftmals sogar demokratischer als ihre Kritiker: In der Wochenzeitung "Die Zeit" antwortet Gero von Randow auf profunde Weise in seinem Beitrag "Geistesaristrokratie" auf den unsäglichen Beitrag seines Kollegen Adam Soboczynski, in dem dieser "Das Netz als Feind" des Intellektuellen karikierte.

Film: Selbst der Terminator nutzt Twitter: Zum Start des neuen Kinofilms werden Hintergründe für die eigene Twitter-Seite angeboten. Hintergrund ist ein Spiel, welches Twitter-User mit in den Kampf zwischen Widerstand und dem bösen Skynet einbezieht. Durch ein Punktesystem ist es möglich, zum "Top Resistance Fighter" zu werden – viele kleine Wortspiele und Quizzes, die per Twitter zu beantworten sind, lassen den engagierten Freiheitskämpfer Punkte sammeln. Eine interessante Art Mundpropaganda zu erzeugen – wir werden sehen wie es sich auswirkt. Bekannt sind solche Designs längst für MySpace. Kennen Sie noch weitere Twitter-Backgrounds für Filme?

Prezi-181

Twitter-Games: Die Zeitung Welt Kompakt wirft mit Torten: Eine pfiffige Idee hat sich die Welt Kompakt zur Feier ihres 5. Geburtstages ausgedacht: Auf dakommtwasgeflogen können sich Twitterer mit virtuellen Torten bewerfen, selbst eine passende Veränderung des Avatarbildes ist möglich.

 

Twitter-Sucht: Twittern ist gefährlich, kann die Konzentration stören und erhöht wohlmöglich auch den Cholesterinspiegel. Darauf hatte ich in meinen 18 Antitwitter-Thesen hingewiesen. Diese und weitere Warnungen hat jetzt Gimahhot in passender
Form in Umlauf gebracht.
 Tweets als Pralinen zu sehen, die ablenken und dick machen, aber auch entlohnen können – ein schöner Vergleich, die ich als News-Junkie nur bestätigen kann, obwohl alles eigentlich nur eine Frage der eigenen Konsequenz und der Konzentration auf das Wesentliche ist. Letztlich zeigen die Gimahot-Bilder, wie spielerisch die Netzkultur an das Thema herangehen kann und sollte:

 


Politik-Twitterei: Wenn Politiker twittern, dann bleibt nichts mehr geheim, auch nicht die Ergebnisse der Bundespräsidentenwahl. Deshalb war es wenig verwunderlich, dass das Endergebnis am Samstag zuerst auf Twitter selbst zu lesen war, weil der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber ein vorläufiges Ergebnis der Bundespräsidentenwahl twitterte. Damit  zog er sich den Zorn der "Alteingessenen" auf sich. Letztlich konnten sich dadurch die twitternden Bundesbürger in Echtzeit über aktuelle Gerüchte im Bundestag informieren. Warum sollten sie es später erfahren, als die anwesenden Parlamentarier und Wahlberechtigten des Bundespräsidenten selbst?

 

Klöckner_bundespräsident_twitter

Hotelbewertung: Trustyou soll eine der ersten Applikationen sein, die auf semantische Technologien zurückgreift, um Bewertungen zu Hotels und Urlaubsstätten zu analysieren. Der Nutzer kann darüber schnell negative, neutrale und positive Meldungen voneinander unterscheiden und nachlesen., heißt es bei Tourismuszukunft.

Video: Zur Online-Wirkung von Mitarbeiten und Unternehmen" gibt es ein kleines Video-Interview mit mir im media-treff

Link: Klaus Eck zur digitalen Reputation im Netz

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Klaus Eck