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Iranischer Präsident bekennt sich zum Bloggen

Wie bereits vor kurzem auf dem PR-Blogger berichtet, erfreuen sich Weblogs im Iran größter Beliebtheit. So ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass Irans
Präsident Ahmadinedschad aktuell sein Weblog gestartet hat, in dem er nicht nur über politische Themen schreibt. Ahmadinedschad möchte sein persönliches Tagebuch vor allen Dingen auch für persönliche Themen nutzen. So schreibt er in seinem ersten Beitrag über seine Jugend und seine ersten negativen Erfahrungen mit den USA, die er bereits in seiner Schulzeit machen konnte.

Das Präsidenten-Blog kann man in Arabisch, Persisch, Französisch oder Englisch lesen. Auf der Startsite werden derzeit alle Leser befragt, ob Sie der Meinung sind, dass der geplante Angriff von den USA und Israel gegen den Libanon in einem Weltkrieg enden wird. Laut Angaben des Spiegels hatten sich bereits am Sonntagabend 3.500 Leser beteiligt, von denen knapp über die Hälfte (52%) die Frage mit "Nein" beantwortet hatten.

Ahmadinedschad berichtet in langatmiger Form über die Geschichte seines Landes und seiner Familie, worauf er für den in der islamischen Revolution gestürzten Schah stets verachtende Worte entgegenbringt. Lobende Worte findet er dagegen für den Anführer der Revolution Ajatollah Chomeini, den er als wahren Helden bezeichnet. Hinter den ständigen Versuchen der Terroristengruppen das neue ehrenvolle Staatswesen zu zerstören, sieht Ahmadinedschad klar und deutlich "den Großen Satan USA".

Täglich werden hunderte von iranischen Weblogs online gestellt, allerdings stehen diese unter strenger Kontrolle der Regierung. Viele von ihnen werden deswegen schon nach wenigen Tagen wegen unzüchtiger bzw. regierungskritischer Inhalte gesperrt. Teilweise drohen den Bloggern Haftstrafen bis zu fünf Jahren. So wurde im Mai der Teheraner Studenen Abed Tavancheh festgenommen, nachdem er davor politische Blogbeiträge auf seinem eigenen Weblog publiziert hatte. Neben der Gefängnisstrafe  musste der 23-Jährige schwere körperliche Misshandlungen über sich ergehen, an deren Folgen er bis heute zu kämpfen hat. Eine zugegebenermaße sehr difizile Art der Entwicklung. Während das Volk für das Bloggen bestraft wird, wirbt der Präsident des Landes für eine private und freie Schreibe über die Dinge, die ihn in seinem bisherigen Leben bewegt haben.

Links zum Thema:
>>spiegel.de: Das Blog des Präsidenten
>>kurier.at:Ahmadinejad geht unter die Blogger
>>20min.ch:Ahmadinejad ist jetzt ein Blogger
>>Reuters.de:Ahmadinejad startet Weblog und erzählt von seiner Jugend

>>Der Standart: Präsident wird Blogger

Verena Schmunk